„Tatort“ Bürgeruni. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Uni macht in diesem Wintersemester den Realitätscheck mit Deutschlands beliebtester Krimireihe. Olaf Kaltenborn, Pressesprecher der Goethe-Uni, hat im Vorfeld einige Fragen dazu beantwort.

Herr Dr. Kaltenborn, warum beschäftigt sich die Bürgeruniversität im Wintersemester in ihrer Hauptreihe ausgerechnet mit „Tatortforschung“?

Weil das bisher noch keine andere Uni in Deutschland getan hat! Es ist die erste Reihe dieser Art überhaupt. Besonders reizt uns dabei, die fiktionale Umsetzung der Kult-Fernsehreihe „Tatort“ auf die Realität echter Ermittlungsarbeit treffen zu lassen.

Wie soll das funktionieren?

Besonders glücklich sind wir, dass das Landeskriminalamt Wiesbaden (LKA) Partner der Reihe ist. Neben der LKA-Präsidentin, Frau Thurau, selbst, sind noch eine ganze Reihe weiterer „echter“ Ermittlungsexperten dabei, aber z.B. auch ein renommierter Forensiker der Goethe-Universität oder ein Sozialpsychologe. Von „fiktionaler“ Seite kommen einige Serien-Macher des Film-Tatorts. Dramaturgisch funktioniert die Reihe so, dass wir an vier Abenden von November bis Dezember das Thema einfach immer weiter von Fiktion Richtung Praxis drehen. Folgerichtig beginnen wir die Reihe am 14. November mit dem Thema „Medienphänomen Tatort – Was macht die Reihe zum Kult?“ Eine Woche später geht es dann schon um das Thema „Der reale Tatort – verdrängen Klischees die kriminalistische Wirklichkeit?“ Auf diesen Abend bin ich persönlich besonders gespannt.

Wer hatte die Idee für die Reihe?

Das Thema ist gleichsam ein kommunikatives Zufallsprodukt: Die beiden Präsidentinnen des LKA und der Goethe-Universität hatten sich eigentlich zur Vorbereitung einer anderen Kooperationveranstaltung zum Thema „Frauen im Islam“ getroffen. Im Gespräch hatten Sie zufällig auch die Idee für die Tatortreihe. Wir haben das Glück, diese Idee umsetzen zu können!

Auftakt der Hauptreihe „Tatort-Forschung ist am 14. November 2016. Alle Infos zum Programm gibt es hier: www.buerger.uni-frankfurt.de

Gibt es neben dem LKA weitere Kooperationspartner?

Ja, und ich freue mich sehr über die großartige Unterstützung, die diese Reihe wieder einmal von externen Kooperationspartnern erfährt: Neben dem LKA sind das vor allem die Stadtbücherei Frankfurt, die uns wieder das wunderschöne Foyer ihres Hauptgebäudes in der Hasengasse mit über 200 Plätzen öffnet sowie unser langjähriger Medienpartner HR-info. Man kann nicht genug betonen, dass diese Art von Kooperation schon gelebte Bürgeruniversität ist. Die Bürgeruni kommt so wirklich in die Mitte der Stadt.

Können wir mit prominenten Gesichtern rechnen?

Wir haben tolle Podiumsgäste z.B. Christian Buß, der bei Spiegel-online die selbst schon zum Kult gewordene Tatortberichterstattung verantwortet, Liane Jessen, Fernsehspielchefin des Hessischen Rundfunks und verantwortlich für die Frankfurt-Tatorte und Prof. Julika Griem, die sich im Rahmen ihrer Forschung an der Goethe-Uni mit dem Tatort beschäftigt und gleichzeitig DFG-Vizepräsidentin ist. Vielleicht kommt ja auch einmal der Oberbürgermeister als Schirmherr der Reihe vorbei. In den letzten Jahren haben wir ihn immer persönlich begrüßen können.

Wer kann zur Bürgeruni kommen?

Jeder Uniangehörige oder Bürger, der Lust hat und den das Thema interessiert. Wir ermuntern die Gäste übrigens in bewährter Frankfurter Tradition auch ausdrücklich, mit zu diskutuieren. Darin besteht ja auch der Reiz der Bürgeruni, dass sich Bürger und Wissenschaftler begegnen und einen Dialog über interessante Themen beginnen.

Eine letzte Frage: Schauen Sie selbst auch „Tatort“?

Nicht mehr so oft wie früher. Mir sind da oft zu viele Klischees drin. Aber es gibt Ausnahmen: Axel Milberg als Kieler Ermittler Klaus Borowski, Ulrich Tukur als Felix Murot sind außergewöhnliche talentierte Darsteller, bei denen es immer auch ein subtiles Spiel mit Zwischentönen gibt. Da verpasse ich keine Folge.

Dr. Olaf Kaltenborn ist Pressesprecher der Goethe-Universität und leitet die Abteilung PR & Kommunikation, die im Auftrag des Präsidiums u.a. auch verantwortlich für das Programm der Bürgeruni ist. Schirmherr der Reihe ist Oberbürgermeister Peter Feldmann.