500 Rosenskulpturen und ein deutsch-italienischen Fotoprojekt zur Covid-Krise erinnern ab heute auf dem Campus Westend an die Opfer und Helfenden in der Pandemie. Die Ausstellung soll auch Impulse der Zuversicht setzen: Der Erlös für den Verkauf der Rosenexponate wird in Deutschlandstipendien für Studierende der Goethe-Universität fließen.

Vor einem Jahr weihte das deutsch-italienische Konsortium Goethe-Vigoni Discorsi im Park der Villa Vigoni. Deutsch-Italienisches Zentrum für den Europäischen Dialog ein Memorial ein: Rose Bianche − per ricordare con amore le vittime della tragica pandemia. An dem Ort am Comer See, mit 65 Kilometer Entfernung von Bergamo im europäischen Epizentrum der COVID-Pandemie gelegen, wurde deren Opfern und dem Einsatz des medizinischen Personals gedacht.

Mit der Wiederaufnahme der Lehre in Präsenz folgt nun eine Entsprechung auf dem Campus Westend der Goethe-Universität. Die Installation »Rose Bianche« auf dem Theodor-W.-Adorno-Platz versammelt 500 Rosenskulpturen des Künstlers Ottmar Hörl. Begleitet wird die Installation von der Ausstellung des deutsch-italienischen Fotoprojekts zur Covid-Krise der Fotografen Stefano Dili und Ingmar Björn Nolting im Foyer des PEG-Gebäudes der Goethe-Universität.

Die Rosenskulpturen des Künstlers Ottmar Hörl werden als Symbole des Gedenkens arrangiert, die sich zugleich in kleine Versprechen auf die Zukunft verwandeln: Die signierten Originalexponate können zu Gunsten von Deutschland-Stipendien der Studierenden der Goethe-Universität für 80 Euro erworben werden unter www.goethe-campusshop.de bzw. www.chancen-schenken.de.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 24. November betont Universitätspräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff: „In der Krise zeigt sich, was Universitäten für die Gesellschaft leisten können: Nämlich mit Hochdruck zu forschen, dieses Wissen immer wieder zu überprüfen und auch zu kommunizieren. Damit wir dies tun können, brauchen wir gut ausgebildete junge Leute. Wir freuen uns deshalb, dass das Rosenprojekt, zu dem uns unsere italienischen Freunde angeregt haben, nicht nur Zeichen des Gedenkens ist. Es ist auch ein Projekt für die Zukunft, indem es unsere Studierenden durch das Deutschlandstipendium aktiv fördert.“

Der Generalkonsul der Republik Italien Andrea Esteban Samà sagt: „Unser Memorial vor einem Jahr entstand unter dem Schock der Bilder aus Bergamo. Wir wollten ein Zeichen setzen. Inzwischen haben wir gelernt, dass wir diese Krise gemeinsam erleben. Und dass wir sie deshalb nur gemeinsam überwinden können. Wir empfinden diese Ausstellung heute deshalb als Bestätigung unseres Zeichens und als Geste der Freundschaft.“

Die Fotografen Stefano Dili und Ingmar Björn Nolting schufen in ihrer deutsch-italienischen Bildstrecke unabhängig voneinander visuelle Zeitzeugnisse aus dem ersten Corona-Jahr. In Bildpaarungen präsentiert korrespondieren sie miteinander, als seien sie für den deutsch-italienischen Dialog geschaffen.

Die Rosen-Installation unter freiem Himmel wird bis zum 3. Dezember 2021 zu sehen sein. Die Ausstellung des deutsch-italienischen Fotoprojekts zur Covid-Krise auf dem Campus Westend im Foyer des PEG-Gebäudes der Goethe-Universität ist für Universitätsangehörige vom 24. November 2021 bis zum 30. Januar 2022 frei zugänglich. Externe Gäste sind nach den aktuell geltenden Regelungen (2G, Maskenpflicht) willkommen, die Ausstellung jeweils an den Samstagen 27. November, 4. und 11. Dezember von 10 bis 17 Uhr zu besichtigen. Um Anmeldung wird gebeten unter: fundraising@uni-frankfurt.de.

Die Installation »Rose Bianche« wird ermöglicht durch die Biotest AG (Dreieich); die Fotoausstellung wird gefördert durch die Johanna Quandt-Universitätsstiftung, Bad Homburg, die BBBank eG, Karslruhe und das italienische Generalkonsulat.

Zum Hintergrund

Die Künstler

OTTMAR HÖRL macht Kunst zum Anfassen. In der seriellen Installation »Rose Bianche« werden die Einzelobjekte von Hörl zu einem Ensemble der Erinnerung an die Opfer der Pandemie. Eine Rose hat die Maße 23x32x32 cm und wiegt 1,8 kg. Der Verkauf der handsignierten Originale findet statt auf dem Campus Westend, Theodor-W. Adorno-Platz, bzw. im Universitätsshop, Hörsaalzentrum der Goethe-Universität.

Die Schwarzweißbilder von STEFANO DILI (1986) erzählen Geschichten von Menschen. Die Streetfotografie des Künstlers, der für fotojournalistische Projekte mit verschiedenen NGOs zusammenarbeitet, spürt den krisenbedingten Veränderungen im urbanen, öffentlichen Raum nach, indem sie einzelne Menschen, Akteure und Facetten der Gesellschaft ins Bild rückt.

Die Fotografien von INGMAR BJÖRN NOLTING (1995) sind Teil seines mehrfach prämierten Foto-Essays »Maß und Mitte – Eine Deutschlandreise in Zeiten der Covid-19-Pandemie«, für den er während des ersten Lockdowns rund 9000 Kilometer durch Deutschland reiste und ein Land im Stillstand dokumentierte. Eine Auswahl seiner Arbeiten sind in verschiedenen Medien erschienen, u.a. im ZEITmagazin, im US-Magazin Time, in Geo und in der Süddeutschen Zeitung.

Goethe-Vigoni Discorsi

Das deutsch-italienische Konsortium wird getragen von der Goethe-Universität, der Hessischen Staatskanzlei, dem Generalkonsulat der Republik Italien in Frankfurt am Main sowie der „Villa Vigoni. Deutsch-Italienisches Zentrum für den Europäischen Dialog“.

Neben »Rose Bianchi« wurde zum Höhepunkt des Corona-Projekts Goethe-Vigoni Discorsi. Ein deutsch-italienisches Tagebuch der COVID-Krise. Für die zweisprachige Publikation wurden 50 Autorinnen und Autoren gebeten, die Krise zu reflektieren, darunter der Dalai Lama, Angelo Bolaffi, Jürgen Kaube, Christian Sewing, Roberto Saviano, Massimo Cacciari, Sandra Eckert, Durs Grünbein, Renzo Piano, Nicole Deitelhoff, Rainer Forst und Alexander Kluge. Die Texte werden begleitet durch Fotografien von Stefano Dili und Ingmar Björn Nolting (Villa Vigoni Editore/Verlag, 457 S., ISBN 978-3-96966-513-8, 19,80 EUR).

Das Deutschlandstipendium Junge talentierte Menschen fördern, damit sie den Kopf frei haben für ihr Studium – seit der Einführung des Deutschlandstipendiums vor zehn Jahren haben rund 1.000 Privatpersonen, Non-Profit-Organisationen und Unternehmen ihren Beitrag zum Erfolg dieser Förderung an der Goethe-Universität geleistet. Die Stipendiaten erhalten ein monatliches Stipendium von 300 Euro für mindestens ein Jahr. Die eine Hälfte der Förderung tragen private Spender, die andere Hälfte gibt das Bundeministerium für Bildung und Forschung dazu.