Den diesjährigen Cornelia Goethe Preis für herausragende wissenschaftliche Forschung im Bereich der Frauen- und Geschlechterforschung erhält Dr. Katharina Hoppe für ihre Dissertation „Die Kraft der Revision. Epistemologie, Politik und Ethik im Werk Donna Haraways“. Sie legt mit ihrer Dissertation nicht nur die erste Monographie vor, die einen Überblick über das Gesamtwerk einer der interessantesten Theoretiker*innen der Gegenwart liefert. Sie zeigt außerdem eindrücklich die Aktualität ihrer Arbeiten am Beispiel zeitgenössischer Krisen.

Foto: Cornelia Goethe Centrum

Dr. Katharina Hoppe ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihre Dissertation lotet die Potentiale der Theoriebildung der Biologin und feministischen Theoretikerin Donna Haraway aus. Haraways Werk ist derzeit von besonderer Bedeutung, weil sie innovative Zugänge zur Auseinandersetzung mit den großen Krisen unserer Zeit anbietet. Die Arbeit zeigt auf, dass es einer anti-zynischen und anti-apokalyptischen Haltung bedarf, um Wahrheit angesichts der Rede vom post-faktischen Zeitalter zu verteidigen und in Anbetracht des nahenden Klimakollapses handlungsfähig zu bleiben. Aktuell beschäftigt sich Katharina Hoppe mit feministischen und soziologischen Perspektiven auf Abhängigkeitsverhältnisse. Sie verfolgt die These, dass gegenwärtige Krisendynamiken, besonders die ökologische Krise, aber auch die Covid-19 Pandemie im Kern auf verleugnete Abhängigkeiten verweisen, die in Krisenzuspitzungen schlagartig sicht- und spürbar werden. Im Juni 2021 erscheint Hoppes Dissertation als Buch im Campus-Verlag.

Der Cornelia Goethe Preis wurde dieses Jahr zum 15. Mal durch den Förderkreis des Cornelia Goethe Centrums vergeben und ist mit 2000 Euro dotiert. Ausgezeichnet wird eine hervorragende wissenschaftliche Leistung, die die Bedeutungen der Geschlechterverhältnisse, die symbolischen Konstruktionen von Männlichkeit und Weiblichkeit oder die erkenntniskritische Perspektive der Frauen- und Geschlechterforschung in der Wissenschaft reflektiert und neue Denkanstöße gibt.