Verleihung des Matthias-Lorenz-Forschungspreises: (v.l.) Prof. Thomas Vogl, Direktor der Radiologie am Universitätsklinikum Frankfurt, Preisträgerin Dr. Tatjana Gruber-Rouh und Dr. Jürgen Ebert, Geschäftsführer der PharmaCept GmbH. Foto: Universitätsklinikum Frankfurt

Dr. Tatjana Gruber-Rouh hat den Matthias-Lorenz-Forschungspreis für eine Langzeitstudie über ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung von Lebermetastasen bei Darmkrebs erhalten. Die schonende Behandlung verbessert spürbar die Lebensqualität der Patienten.

Dr. Tatjana Gruber-Rouh erhielt den mit 3.000 Euro dotierten Preis während der Dreiländertagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Interventionelle Radiologie. Die Oberärztin im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Frankfurt erhielt die Auszeichnung für ihre Untersuchung „Transarterielle Chemoembolisation (TACE) von Lebermetastasen bei Darmkrebs“. Prof. Thomas Vogl, Direktor der Radiologie und Leiter der Forschungsgruppe, in der Dr. Gruber-Rouh arbeitet, freut sich über den Erfolg seiner Mitarbeiterin: „Frau Dr. Gruber-Rouh hat mit ihrer Arbeit bewiesen, dass die Transarterielle Chemoembolisation eine geeignete Behandlung bei Patienten mit Lebermetastasen ist. Für die Betroffenen ist es ein im Vergleich sehr schonender Eingriff und außerdem nur mit kurzen Krankenhausaufenthalten verbunden.“

Die Preisträgerin und den Namensgeber des Preises verbindet unter anderem die Wirkungsstätte. „Dass eine Ärztin aus Frankfurt ausgezeichnet wird, die zusätzlich auf dem gleichen Gebiet wie Matthias Lorenz forscht, ist eine besondere Geschichte“, betont Prof. Vogl, der am Universitätsklinikum noch mit Prof. Lorenz zusammengearbeitet hat.

Der Matthias-Lorenz-Forschungspreis würdigt herausragenden
Wissenschaftler

Der Forschungspreis wird im Gedächtnis an einen herausragenden Wissenschaftler und Arzt verliehen. Matthias Lorenz (1953 – 2003) arbeitete nach seinem Studium der Physik, Veterinär- und Humanmedizin am Frankfurter Universitätsklinikum. Er war wesentlich am Aufbau einer onkologischen Arbeitsgruppe beteiligt, die er später leitete. Darüber hinaus übernahm er als Oberarzt die Leitung der Sektion „Chirurgische Onkologie“ und gründete die Arbeitsgemeinschaft „Lebermetastasen“, die sehr erfolgreich Forschung auf diesem Gebiet betrieb. 2002, wenige Wochen bevor er schwer erkrankte, verlieh ihm die Deutsche Krebsgesellschaft den angesehenen Arthur-Walpole-Preis für seine Verdienste in der klinischen Krebsforschung. Im Februar 2003 ist Matthias Lorenz im Alter von nur 49 Jahren verstorben.

Um seine Arbeit zu würdigen, wurde erstmalig 2012 der Matthias-Lorenz-Forschungspreis verliehen. Ein Gremium aus Onkologen, Gastroenterologen, Radiologen und Chirurgen vergibt den Preis für besondere Leistungen auf dem Gebiet der lokal begrenzten Tumortherapie. Der Preis ist und wird von der PharmaCept GmbH gestiftet.

Langzeitstudie belegt positiven Einfluss auf Lebenserwartung
und -qualität

Tatjana Gruber-Rouh konnte zeigen, dass die TACE-Methode für Patienten mit Lebermetastasen deutlich verträglicher ist als alternative Therapien. Bei der Erstdiagnose „Darmkrebs“ weisen bereits 20 bis 50 Prozent der Patienten Lebermetastasen auf. Diese sind sogar in den meisten Fällen die letztendliche Todesursache bei dieser Krebsart. Bei einem Teil der Patienten ist eine chirurgische Entfernung der Metastasen nicht möglich. Eine systemische Chemotherapie wiederum, die sich auf den ganzen Körper auswirkt, erzielt bei 80 bis 90 Prozent der Patienten keine Erfolge. Der Vorteil der von Dr. Gruber-Rouh untersuchten Therapie ist es, dass durch die gezielte Verabreichung eine höhere Dosis verwendet werden kann. Mit Hilfe eines Kathetersystems transportieren die Ärzte das Chemotherapeutikum direkt in die Leber. Um den Patienten so wenig wie möglich zu belasten, wird während der Behandlung der Blutaustausch des Organs mit dem übrigen Körper unterbrochen. Verglichen mit einer systemischen Chemotherapie ist diese Methode besonders effektiv und viel schonender für den Patienten.

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Frankfurt