Wissenschaftshistoriker Moritz Epple; Foto: Hannah Carla

Wissenschaftshistoriker Moritz Epple; Foto: Hannah Carla

Den Medienpreis Mathematik der Deutschen Mathematiker-Vereinigung des Jahres 2015 erhalten der Wissenschaftshistoriker Prof. Dr. Moritz Epple von der Goethe-Universität und sein Team für ihre Ausstellung und ihr Buch „Jüdische Mathematiker in der deutschsprachigen akademischen Kultur“. Diese Entscheidung der Jury wurde jetzt in Berlin bekanntgegeben. Der Preis, mit dem herausragende Leistungen bei der Vermittlung und Popularisierung von Mathematik ausgezeichnet werden, ist mit 5000 Euro dotiert. Er wird von Berliner Walter de Gruyter Stiftung gestiftet und am 19. November in Berlin vergeben.

„Die Ausstellung verbindet auf einzigartige Weise wissenschaftshistorische, mathematische und politische Aspekte“, sagt Volker Bach, DMV-Präsident und Juryvorsitzender. „In der Ausstellung wird die große Bedeutung jüdischer Mathematiker für ihr Fach nicht zuletzt über ihre Werke greifbar; gleichzeitig wird aber auch die menschliche Dimension deutlich – von der teilweisen Integration im Kaiserreich bis zu Ausgrenzung, Vertreibung und Ermordung zur Zeit des Nationalsozialismus.“

Die Ausstellung hat Moritz Epple mit der Arbeitsgruppe „Wissenschaftsgeschichte der Moderne“ am Historischen Seminar, zu denen Ruti Ungar, Birgit Bergmann, Judith Delombre, und Raimund Ziemer gehörten, und fünf Mathematik-Historikern von anderen Universitäten erarbeitet. „Unter den Exponaten finden sich etliche Stücke, die bisher die Tiefe eines staubigen Archivs nicht verlassen haben“, so Prof. Moritz Epple, Leiter des  internationalen Ausstellungsprojekts, das sich intensiv damit beschäftigt hat, das verstreute Wissen über das Wirken jüdischer Mathematiker systematisch zusammenzuführen.

2008, im Jahr der Mathematik, war die Ausstellung zunächst im Physikalischen Verein in Frankfurt zu sehen und wurde anschließend in 14 Städten in Deutschland gezeigt. Unter dem Titel „Transcending Tradition: Jewish Mathematicians in German-Speaking Academic Culture“ wanderte die englischsprachige Ausstellung seit 2011 von mehreren Orten in Israel auch in die USA und nach Australien. Seit Oktober ist sie wieder zurück in Deutschland und war zuletzt am Hausdorff Center for Mathematics in Bonn zu Gast. Im Juli 2016 wird sie im Jüdischen Museum in Berlin zu sehen sein.