Dr. Laura Woltersdorf; Foto: ISOE

Der in diesem Jahr erstmals ausgeschriebene Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ geht an Dr. Laura Woltersdorf, Post-Doktorandin am Institut für Physische Geographie der Goethe-Universität. Die Jury prämierte ihre Nachhaltigkeitsbewertung für zwei unterschiedliche Technologien für das Wasserressourcenmanagement in Namibia. Die Umweltwissenschaftlerin nimmt den Preis am 5. Dezember in Berlin entgegen.

Den mit 25.000 Euro dotierten Preis vergeben das Wuppertal Institut und die Zempelin‐Stiftung im Stifterverband für Forschungsarbeiten, die gesellschaftliche Impulse geben und dabei die Zivilgesellschaft in die Forschung einbeziehen. Laura Woltersdorf entwickelte eine Nachhaltigkeitsbewertung im Forschungs- und Entwicklungsprojekt CuveWaters. Damit hat die junge Wissenschaftlerin wesentlich zum Erfolg des BMBF-geförderten und 2015 abgeschlossenen Projektes unter der Leitung des ISOE (Institut für sozial-ökologische Forschung) beigetragen.

Als eine der ersten Absolventinnen des Masterstudiengangs Umweltwissenschaften an der Goethe-Universität erhielt Laura Woltersdorf in den Schwerpunktfächern Soziale Ökologie, Hydrologie und Umweltanalytik eine interdisziplinäre Ausbildung. „Dabei habe ich gelernt, Probleme aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und gesellschaftliche Probleme mit wissenschaftlichen Fragestellungen zu verbinden“, sagt die Preisträgerin.

Ihre konzeptionelle Arbeit war grundlegend für die Bewertung eines nachhaltigen Wasserressourcenmanagements im Norden Namibias. Dort sind natürliche Wasserquellen seit jeher knapp, und mit fortschreitendem Klimawandel erhöht sich der Druck noch. Um die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen zu sichern und die sanitäre Versorgung vor Ort zu verbessern, untersuchte Woltersdorf verschiedene technologisch mögliche Varianten – die Wiederverwendung von geklärtem Abwasser und die Nutzung von Regenwasser – auf ihre Nachhaltigkeit hin. In ihr Bewertungskonzept flossen ökologische Aspekte ebenso ein wie Fragen der Armutsbekämpfung.

Zum integrativen Ansatz von Laura Woltersdorf gehört es, naturwissenschaftliche- und sozialwissenschaftliche Ergebnisse zu integrieren. Insbesondere, um herauszufinden, welche technologischen Optionen unter den gegebenen klimatischen und institutionellen Bedingungen ökologisch, ökonomisch und sozial am wirksamsten sind. Die Jury lobte CuveWaters als beispielhaft für den Entwurf, die Umsetzung und die Verstetigung eines transdisziplinären Forschungsprojektes in der Entwicklungsarbeit.

Laura Woltersdorf war von 2011 bis 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin am ISOE. Seit Ende 2015 forscht sie in der Arbeitsgruppe Hydrologie des Instituts für Physische Geographie an der Goethe-Universität. Ihr Arbeitsgebiet sind Methoden der transdisziplinären Forschung, insbesondere die Verbindung von natur- und sozialwissenschaftlichem Wissen sowie Praxiswissen. Sie wird das Preisgeld für die Weiterentwicklung ihrer integrativen Methoden einsetzen. Darüber hinaus möchte sie ihre Ergebnisse der internationalen Forschungscommunity näher bringen und ihr Netzwerk entsprechend erweitern.

Quelle: Pressemitteilung vom 4. Dezember 2017