Buchcover von „Verraten – vertrieben – vergessen“

Der Frankfurter Mediziner Dr. Daniel Dubinski wurde mit dem Forschungspreis zur Medizin im Nationalsozialismus geehrt. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre vom Bundesministerium für Gesundheit, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Bundesärztekammer und der Zahnärztekammer vergeben.

Dr. Daniel Dubinski, Assistenzarzt der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Frankfurt, hat den Herbert-Lewin-Forschungspreis zur Rolle der Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus erhalten. Er wurde gemeinsam mit Dr. Ulrike Eisenberg und Prof. Hartmut Collmann ausgezeichnet. Die drei Wissenschaftler haben als Forschungsgruppe das Leben der Neurochirurgen aufgearbeitet, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden. Ihre Ergebnisse haben sie in dem Buch „Verraten – Vertrieben – Vergessen. Werk und Schicksal nach 1933 verfolgter deutscher Hirnchirurgen“ veröffentlicht. Der Forschungspreis wurde den Preisträgern im Rahmen eines Festaktes in der Parlamentarischen Gesellschaft im Deutschen Bundestag durch die Präsidenten der Bundesärztekammer sowie der Bundeszahnärztekammer überreicht.

Vergessene Leistungen und Schicksale

1933 war die Neurochirurgie gerade dabei, sich als eigenständiges Fachgebiet zu etablieren. Damals arbeiteten in Deutschland insgesamt 69 Ärzte als Hirnchirurgen. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden 13 dieser Mediziner verfolgt – darunter einige der erfahrensten Neurochirurgen des Landes. Fast alle flohen und kehrten nicht wieder in ihr Herkunftsland zurück. Nur wenigen Jüngeren gelang es, im Ausland wieder an ihre Karriere als Neurochirurgen anzuknüpfen. Das Buch berichtet über die medizinischen und wissenschaftlichen Leistungen dieser Ärzte sowie ihre Lebenswege nach 1933.

Über den Herbert-Lewin-Forschungspreis

Herbert Lewin (1899-1982) stand zwischen 1963 und 1969 an der Spitze des Zentralrates der Juden in Deutschland. 1941 war er deportiert worden und arbeitete in mehreren Konzentrationslagern als Häftlingsarzt. Der Herbert-Lewin-Forschungspreis wird alle zwei Jahre vom Bundesgesundheitsministerium, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Bundesärztekammer und der Zahnärztekammer vergeben. Die Jury setzt sich aus Vertretern des Zentralrats der Juden in Deutschland, des Bundesverbandes Jüdischer Ärzte und Psychologen in Düsseldorf sowie aus Vertretern der auslobenden Organisationen zusammen. Der Herbert-Lewin-Preis wird für Forschungsarbeiten verliehen, die sich mit der Rolle der Ärzteschaft während der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen.

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums