Frankfurt Summer School; Foto: Lecher

Frankfurt Summer School; Foto: Lecher

Die Summer School ist ein Baustein zur Internationalisierung der Goethe-Universität. Das vom International Office organisierte Kurzzeitprogramm will die Universität für Studierende aus dem Ausland noch attraktiver machen und zugleich die Kooperation mit strategischen Partner-Universitäten ausbauen. In diesem Jahr kamen nach 2014 zum zweiten Mal ausländische Studierende an die Goethe-Uni, um während der Summer School miteinander zu lernen und Land und Leute zu erleben.

Georgina Chapman und Cassandra Eby sind begeistert: „So viel Grün, so viel Platz und dazu Cafés“, schwärmen die beiden Teilnehmerinnen der Summer School vom Campus der Goethe-Universität. Die Frauen aus Großbritannien und Kanada sind erstmals Gäste an einer deutschen Universität und von Frankfurt begeistert. Eby freut sich, dass in ihrem Kurs mit nur wenigen Leuten intensives Lernen möglich ist.

Zuhause in Toronto gebe es Tausende von Studenten, die Vorlesungen seien oft überfüllt, erzählt die 21 Jahre alte Psychologie-Studentin und schiebt gleich Unterschiede in der Forschung hinterher: Während ihr Fachgebiet in Kanada stark von US-amerikanischen Einflüssen geprägt sei, vermittle die Goethe-Universität eine europäische Sicht auf die Dinge.

Eby macht dies mit am Thema Flüchtlinge fest, das sowohl in Kanada als auch Deutschland und Europa ausführlich diskutiert werde – die Kanadierin hat an der Summer School das Programm „Psychology: Social Psychology and Organizational Behavior“ belegt, dem auch die Flüchtlingsproblematik aktuellen Stoff lieferte. Die Britin Georgina Chapman studiert an der University of Leicester Jura.

Bevor sie im Juli an den Main kam, hatte sie „nicht über ein Studium im Ausland nachgedacht“. Das ist nach drei Wochen Summer School anders. Sowohl die offene Atmosphäre auf dem Campus und in den Kursen als auch die Möglichkeit, das Studium ohne zusätzliche Kosten mit einem Master abzuschließen, beeindrucken sie. Bevor Chapman einen Wechsel ernsthaft erwägt, will die 21-Jährige Deutsch lernen.

Den Anfang machte sie während ihres Sommer-Aufenthalts in Frankfurt: Ein Sprachkurs ist neben den fachspezifischen Veranstaltungen verpflichtender Teil des „Summer of Knowledge“, wie das International Office (IO) der Goethe-Universität das Kurzzeitprogramm 2015 überschrieben hatte.

Werbung für Studium an der Goethe-Uni

Aha-Effekte wie bei Eby und Chapman sind genau das, was Summer School-Projektleiterin Anne Le Duigou Bernig vom IO erreichen möchte: „Wir wollen Leute für ein späteres Studium gewinnen.“ Die Zielgruppe sind in erster Linie potenzielle Master- und Promotionsstudierende der fünf strategischen Partner-Universitäten (siehe Infokasten „Partner der Uni und der Stadt“). Diese stellten in diesem Jahr 19 von insgesamt 54 Kursteilnehmern.

Die übrigen Studenten kamen unter anderem aus Georgien, Rumänien, Korea, Costa Rica, Griechenland und der Türkei sowie von der Pariser Sorbonne an den Main. Alle wurden von ihren Heim-Universitäten für das Programm ausgewählt; einigen war der Weg nach Frankfurt so viel wert, dass sie den vierwöchigen Aufenthalt aus eigener Tasche bezahlten.

Die Goethe-Universität nutzt die Summer School auch, um die Zusammenarbeit mit den internationalen Partnern zu vertiefen. „Die beteiligten Fachbereiche sollen über die Summer School ihre wissenschaftliche Kontakte ausbauen, Ideen für gemeinsame Projekte entwickeln und zusätzliche Austauschplätze bei den Partner-Universitäten einwerben können“, beschreibt Le Duigou Bernig die strategische Intention.

Dafür gestalten die ausgewählten Fachbereiche die fachspezifischen Seminare des Kurzzeitprogramms. In diesem Jahr machten so die Fachbereiche Rechtswissenschaften und Psychologie englischsprachige Werbung in eigener Sache. Ein umfangreiches Exkursionsprogramm vermittelte den Summer School-Teilnehmern Einblick in den hiesigen Alltag. Es gab Ausflüge nach Heidelberg und Rüdesheim, nach Straßburg ins Europa- Parlament und nach Berlin.

In Frankfurt standen Besuche in der Börse, im Goethe-Haus und auf dem Maintower auf der Agenda. Die Imagewerbung für den Studienort Frankfurt rundete ein Besuch in einer typischen Apfelwein- Wirtschaft ab. Georgina Chapman und Cassandra Eby gefiel es in diesem heißen Sommer am Mainufer am besten, „weil sich dort viele verschiedene Menschen treffen und jeder machen kann, was ihm gefällt“. Ob sie ihr Studium an der Goethe-Universität fortsetzen wollen, haben Chapan und Eby noch nicht entschieden.

Falls ja, können sie auf die Erfahrung von Tengfei Wang und Renan Vairo zurückgreifen. Der Doktorand aus China und der Lehramtsstudent aus Brasilien haben bereits mehrere Semester an der Goethe-Universität verbracht und in Vorträgen während der Summer School ihre ganz persönlichen Eindrücke, zum Beispiel bei der Wohnungssuche, aber auch über die Unterstützung der Universität geschildert. [Autorin: Monika Hillemacher]

Partner der Uni und der Stadt

Die strategischen Partneruniversitäten der Goethe-Universität sind die Universitäten von Birmingham, Tel Aviv, Toronto und Osaka, die Karlsuniversität in Prag, die University of Pennsylvania in Philadelphia sowie die Fudan University in Shanghai. Alle Partner passen in Größe, Fächerspektrum und Forschungsschwerpunkten zur Goethe-Universität. Bis auf Fudan und Osaka liegen die Universitäten in Städten, die eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Frankfurt haben. Die Teilnahme von Studierenden der strategischen Partner-Universitäten an der Summer School wird vom DAAD und aus Eigenmitteln der Goethe-Universität gefördert.