Das Tutorentraining war eine gute Übung, mich auf bestimmte Situationen gezielter vorzubereiten“, sagt die studentische Tutorin Meike Hopf. So wie sie besuchen viele weitere angehende oder bereits aktive Tutorinnen und Tutoren das Qualifizierungsprogramm der Goethe-Universität. Denn viele stellen sich vor Aufnahme der Tätigkeit als Tutor Fragen wie: Wie schafft man gleich zu Semesterbeginn eine gute Arbeitsatmosphäre im Tutorium? Was tun, wenn sich keiner beteiligt und sich keiner vorbereitet hat, und wie behält man den Überblick über die Stoff-Fülle und kann sich gleichzeitig Zeit für alle Fragen der Teilnehmenden nehmen?

Die Tutorenqualifizierung wird im Rahmen des Projektes „Starker Start ins Studium“ angeboten und hat das Ziel, die Qualität der Lehre und die Betreuungssituation für Studierende in der Studieneingangsphase zu verbessern. Tutoren lernen zunächst in Grundlagentrainings, ihre Tutorien zu optimieren. Dazu gehört, die eigene Rolle zu reflektieren und Techniken zu kennen, um Inhalte klar zu strukturieren und verständlich zu vermitteln, aber auch ein Zeitmanagement zu entwickeln, aktivierende Methoden sinnvoll einzusetzen oder auch unterschiedliche Lerntypen und Lernstrategien zu kennen.

Fachspezifische Vertiefungen gehen auf die spezielleren Bedarfe der einzelnen Fächer ein. Tutoren der Sozialwissenschaften können beispielsweise Trainings besuchen zu den Themen „Übungsaufgaben im tutoriellen Kontext aktiv bearbeiten“ oder „Moderation, Feedback und Krisengespräche durchführen“. In den Naturwissenschaften tätige Tutoren hingegen werden z. B. geschult zum Korrigieren von Übungszetteln und Protokollen oder zur Hilfestellung im Labor. Fachübergreifende Vertiefungstrainings behandeln Diversity-Aspekte oder den Einsatz digitaler Medien. Durch den Besuch von einem Grundlagentraining und einer fachspezifischen bzw. fachübergreifenden Vertiefung können Tutoren das Frankfurter Tutorenzertifikat erwerben.

Nachdem Meike Hopf nun auch ihr erstes Tutorium gehalten hat, fasst sie rückblickend zusammen: „Das Training war für mich hilfreich, um erste Sorgen und Ängste zu nehmen; es war eine gute Übung für die eigene Souveränität. Ich habe auch nun mehr Selbstsicherheit beim Sprechen vor größeren Gruppen und habe gelernt, mit schwierigen Fragen umzugehen.“ Es bleibt aber nicht aus, dass die Tutoren ihre ganz eigenen Erfahrungen machen, wenn sie ihr erstes Tutorium halten. Die Realität bringt dann häufig noch ganz andere Herausforderungen mit sich: fehlende Raumausstattung, Plagiate oder auch das „Googeln“ ihrer Teilnehmenden nach Lösungen. [Autorin: Bettina Kühn]