In der Studentischen Poliklinik besprechen die beteiligten Studierenden die Fälle miteinander; Foto: © KAI KAPITÄN Facts & Fotos Digital Productions

In der Studentischen Poliklinik besprechen die beteiligten Studierenden die Fälle miteinander; Foto: © KAI KAPITÄN Facts & Fotos Digital Productions

Patienten ohne eine Krankenversicherung bleibt der Zugang zu ärztlicher Versorgung normalerweise verwehrt. Hilfe ermöglicht jedoch ein Projekt des Fachbereichs Medizin: In der Studentischen Poliklinik, kurz »StuPoli«, werden kostenfreie Behandlungen angeboten. Die quasi hausärztliche Praxis wird vom klinischen Studiendekan geleitet und von Medizinstudierenden geführt. Bei der Untersuchung und Behandlung der Patienten werden die Studierenden von einer erfahrenen Ärztin angeleitet und supervidiert – und erlernen so wichtige Fähigkeiten für ihren Beruf.

»Student-Run Free Clinics« erfreuen sich in den USA schon seit dem Ende der 1960er-Jahre großer Beliebtheit, weil sie vielfältige Möglichkeiten in der Medizinlehre und Lehrforschung bieten und gleichzeitig eine Lücke in der Gesundheitsversorgung nicht versicherter Menschen schließen. Die Frankfurter Studierenden, die sich in der StuPoli engagieren, können sich ihren Einsatz als Studienleistung anerkennen lassen.

Dieser Artikel ist im Jahrbuch 2014 erschienen: [PDF-Download]

Die StuPoli wurde im Juni 2014 im Amt für Gesundheit der Stadt Frankfurt eröffnet – seither wird jeden Dienstag Nachmittag eine Sprechstunde angeboten. Ein weiterer Termin ist aufgrund der großen Nachfrage geplant. Finanziell unterstützt wird die StuPoli durch mehrere Stiftungen, die inhaltlichen Vorgaben stammen vom Institut für Allgemeinmedizin und vom Institut für Arbeitsmedizin des Fachbereichs Medizin.

  • »Die Studentische Poliklinik bietet Menschen, die innerhalb unseres Gesundheitssystems sonst durchs Raster fallen würden, die Möglichkeit einer kostenfreien ärztlichen Versorgung und sozialen Beratung. Die Organisation und Administration der Sprechstunde, zu der auch ein Peer-Teaching-Projekt gehört, ist nur durch außergewöhnliches Engagement zu stemmen. Gleichzeitig bietet sich uns in der Sprechstunde die Möglichkeit, im organisatorischen, im medizinischen und vor allem im zwischenmenschlichen Bereich zu lernen und zu wachsen.«

    Lukas Benedikt Seifert, 12. Fachsemester Medizin (Praktisches Jahr)
  • »In der Studentischen Poliklinik können wir den Menschen helfen, die sonst keine Hilfe bekommen. Gleichzeitig sensibilisieren wir so Studierende und damit die zukünftigen Ärztinnen und Ärzte für die vielen Probleme nichtversicherter Patienten in Deutschland. Ich denke, dass wir damit ein wichtiges Bewusstsein schaffen, das im regulären Studium leider noch keinen Platz findet.«

    David Schaack, Studierender am Fachbereich Medizin, Mitglied der Studentischen Poliklinik