Womit befassen sich eigentlich die Baltistik, die Jugendbuchforschung oder die Digital Humanities? Am Freitag, 31. Januar ab 18 Uhr können sich Studieninteressierte, interessierte Bürgerinnen und Bürger, Studierende und Hochschulangehörige bei der „Langen Nacht der kleinen Fächer“ über das Angebot und die Möglichkeiten der „kleinen Fächer“ informieren.

Präsentiert werden Forschungsthemen und Studienangebote sowie ein buntes Rahmenprogramm zum Kennenlernen und Mitmachen. Die Fachvertreter und Fachvertreterinnen stehen jederzeit für ein Gespräch bereit; wer möchte, kann bei einem Blitzsprachkurs in verschiedensten Sprachen (z. B. in Swahili, Baskisch, Tagalog oder Litauisch) sein Sprachtalent erproben, sich mit dem bedeutenden Frankfurter Comic-Archiv vertraut machen oder durch die archäologischen Sammlungen bummeln. Außerdem bieten Vorträge, Filme, Tanzvorführungen, eine kasachische Teezeremonie und Livemusik einer niederländischen Mitmachband eine Nacht lang die Gelegenheit, in Forschung und Studium der kleinen Fächern hinein zu schnuppern. Bei einer Podiumsdiskussion (um 18 Uhr) unter dem Titel „Ist das Wissenschaft oder kann das weg?“ geht es um das Potential der kleinen Fächer, auf dem Podium wird unter anderem Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, mitdiskutieren.

Die Einordnung als „kleines Fach“ orientiert sich daran, wie stark das Fach innerhalb der deutschen Hochschullandschaft vertreten ist. Ein Maßstab, der sich an der Definition der Mainzer Arbeitsstelle für kleine Fächer orientiert, ist die Zahl der Professuren je Standort: Ein kleines Fach ist je Universitätsstandort mit nicht mehr als drei unbefristeten Professuren und nur an sehr wenigen (max. 10 Prozent) der deutschen Universitäten vertreten.

Die Lange Nacht der kleinen Fächer bildet den Höhepunkt des Frankfurter Projekts „Großes Potential! Die Kleinen Fächer der Goethe-Universität Frankfurt“, welches im Rahmen der „Kleine Fächer-Wochen an deutschen Hochschulen“ stattfindet, die von der Hochschulrektorenkonferenz und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Dabei haben Hochschulen im Wintersemester 2019/2020 die Möglichkeit, mit verschiedenen Projektformaten die Leistungen der kleinen Fächer für Wissenschaft und Alltag zu verdeutlichen.

In Frankfurt beteiligen sich dreiundzwanzig kleine Fächer und Schwerpunkte der Fachbereiche 09 (Sprach- und Kulturwissenschaften) und 10 (Neuere Philologien): Afrikanistik, Archäologische Wissenschaften, Baltistik, Digital Humanities, Indogermanistik, Japanologie, Judaistik, Kaukasiologie, Koreastudien, Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie, Kunstpädagogik, Minderheitensprachen Iran, Phonetik, Sinologie, Slawische Interkomprehensation, Südostasienwissenschaften, Vergleichende Sprachwissenschaften, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Kinder- und Jugendliteraturforschung, Lusitanistik, Niederländische Sprache, Literatur und Kultur, Skandinavistik und Theaterwissenschaft.

„Wir möchten gern ein Bewusstsein dafür schaffen, dass diese sogenannten ‚kleinen Fächer‘ eben keine Randerscheinungen abbilden. Die Themen, denen sich diese Disziplinen widmen, sind aktuell und brisant“, betont Prof. Axel Fleisch, Afrikanist und Sprecher des Frankfurter Projekts. Ein kleines Fach zu studieren bedeute zwar einen hohen Grad an Spezialisierung, führe aber nicht etwa zu einem vereinzelten Expertentum. Die Angehörigen kleiner Fächer seien regional, national und international bestens vernetzt und stark vertreten in Verbundforschungen, die die aktuell großen Fragen und Herausforderungen angehen. Außerhalb akademischer Berufsfelder arbeiten gerade sie in Bereichen, in denen Vielseitigkeit, Teamfähigkeit und Kommunikationstalent gefragt seien und in denen es darum gehe, angesichts vielfältiger Anforderungen schnell zu agieren.

An der Goethe-Universität können fast alle kleinen Fächer sowohl grundständig (als Bachelor-Haupt- und/oder -Nebenfach) als auch konsekutiv studiert werden. Im Master sind sie entweder mit fachspezifischen Studiengängen, als Schwerpunkte im Rahmen fächerübergreifender Masterstudiengänge oder im Rahmen regionaler Kooperationen mit anderen Universitäten im Rhein-Main-Gebiet (RMU-Allianz) vertreten. So wird seit dem Wintersemester 2019/20 ein gemeinsamer Masterstudiengang der Frankfurter Jugendbuchforschung und der Mainzer Buchwissenschaft angeboten; ein Bachelorstudiengang „Afrikanische Sprachen, Medien und Kommunikation“ in Kooperation mit der Universität Mainz ist in Planung.

Weitere Information: Dr. Pia Gerhard (Koordinatorin), Dekanat, FB 10, Campus Westend, Telefon: 069/798-32744, eMail: p.gerhard@em.uni-frankfurt.de. Informationen zu den beteiligten Fächern und Schwerpunkten sowie zum Projektinhalt und -ziel finden Sie auf www.uni-frankfurt.de/kleine-faecher.