Ludwig Meidner: Sterbende, 1942 bis 1943, aus dem Zyklus „Leiden der Juden in Polen“, Ludwig Meidner Archiv, Jüdisches Museum Frankfurt; Foto: Uwe Dettmar

Ludwig Meidner: Sterbende, 1942 bis 1943, aus dem Zyklus „Leiden der Juden in Polen“, Ludwig Meidner Archiv, Jüdisches Museum Frankfurt; Foto: Uwe Dettmar

Ludwig Meidner (1884–1966), ein führender Vertreter des deutschen Expressionismus, floh vor den Nazis im August 1939 nach London. Sechs Monate nach Ankunft in Großbritannien wurde er als Ausländer in Huyton Camp, Liverpool, und danach auf der Isle of Man interniert. 1942, kurz nach seiner Entlassung aus der Internierung, begann er an dem Zyklus großformatiger Aquarelle und Zeichnungen „Leiden der Juden in Polen“ zu arbeiten.

Der Künstler konnte sich für den Zyklus nur auf Wortberichte über Deportationen und Massenvernichtungen stützen. Mit beeindruckender Vorstellungskraft schilderte er Szenen des Todes, der Vernichtung und des Leides. In ihrem Vortrag analysiert Dr. Shulamith Behr wie, warum und auf welche Weise sich Meidner herausgefordert sah, sich diesem zeithistorischen Thema des Holocaust zu widmen.

Vortrag: Exile, Creativity and the series „Leiden der Juden in Polen“ (1942–45)

  • in englischer Sprache von Dr. Shulamith Behr, Courtauld Institute of Art, London
  • Donnerstag, 19. Mai 2016, 19 Uhr
  • im MUSEUM GIERSCH der GOETHE-UNIVERSITÄT
  • Ohne Anmeldung. Kosten: 3,- € an der Abendkasse

Außerdem geht die Kunsthistorikerin vergleichend auf andere Künstler im Exil und ihre Auseinandersetzung mit dem Holocaust ein. Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms der in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt realisierten Ausstellung „Horcher in die Zeit – Ludwig Meidner im Exil“ (noch bis 10. Juli 2016) im MUSEUM GIERSCH der GOETHE-UNIVERSITÄT. Zum 50.

Todesjahr Meidners hat die Ludwig Meidner Gesellschaft das Gemeinschaftsprojekt Ludwig Meidner – Seismograph initiiert, das sich mit Ausstellungen und Veranstaltungen in der Rhein-Main-Region unterschiedlichen Aspekten im Schaffen des Malers, Dichters und Zeichners widmet. Dr. Shulamith Behr ist am Courtauld Institute of Art in London als Kunsthistorikerin tätig.

Sie gilt als Expertin für den deutschen Expressionismus und hat zahlreiche wissenschaftliche Beiträge zu diesem Thema veröffentlicht. Seit 2007 forscht sie zu dem Exilwerk Meidners und arbeitete an dem Katalog zur Ausstellung „Horcher in die Zeit – Ludwig Meidner im Exil“mit. Sie studierte Kunstgeschichte und Kunsttheorie an der Universität von Essex.

MUSEUM GIERSCH der GOETHE-UNIVERSITÄT Schaumainkai 83 // 60596 Frankfurt am Main Fon 069/13821010 // Fax 069/138210111 www.museum-giersch.de // info@museum-giersch.de

Ansprechpartnerin für die Presse: Dipl. Kffr. Christine Karmann
Fon: 069/138210121 // E-Mail: presse@museum-giersch.de

Quelle: Pressemitteilung Museum Giersch vom 12. Mai 2016