Night of Science 2015. Foto: Steffen Böttcher

Bereits zum 14. Mal findet im Juni die Night of Science auf dem Campus Riedberg statt. Die von Studierenden organisierte Veranstaltung ist in diesem Jahr der Medizin gewidmet.

Wie kaum eine andere Veranstaltung an der Goethe-Universität besitzt die Night of Science geradezu Kultcharakter bei ihren Fans. Dabei wissen nicht alle, dass das große Fest auf dem nördlichsten Campus der Goethe-Universität, das jedes Jahr über 8000 Besucher zählt, nicht von einer Agentur, sondern von Studierenden gestemmt wird, die sich zu diesem Zweck zu einem Verein zusammengeschlossen haben. Sepas Sarawi, 1. Vorsitzender des Vereins, betont das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder:

„Alle Beteiligten machen das aus einer Begeisterung für Wissenschaft heraus, ohne dafür entlohnt zu werden.“ Immerhin wurde die Night of Science in für Studis schwierigen Zeiten aus der Taufe gehoben: Im Jahre 2006 sollte damit gegen die neu eingeführten Studiengebühren demonstriert werden. „Wissenschaft, das war die Botschaft, sollte weiterhin für alle Interessierten frei zugänglich bleiben, das steht so auch in unserer Satzung“, erklärt Sarawi. In Zeiten von Fake News und alternativen Fakten möchte der Verein zugleich auch ein deutliches Zeichen setzen für eine seriöse und transparente Wissenschaft.

Schwerpunktmäßig ist die Nacht der Wissenschaften auf Naturwissenschaften und Medizin ausgerichtet, wobei die Geistes- und Sozialwissenschaften durchaus eingebunden werden können. „Bei den Disziplinen, die nicht am Riedberg beheimatet sind, ist eine Einbindung allerdings etwas schwieriger, aber keineswegs ausgeschlossen. Es steht und fällt immer auch damit, ob wir Vereinsmitglieder haben, die den Kontakt zu den Disziplinen und den Wissenschaftlern herstellen“, erklärt Sarawi. Eine weitere Herausforderung für den Verein Night of Science liegt künftig in der selbst auferlegten Nachhaltigkeit: „Das treibt natürlich die Kosten in die Höhe, wird von uns aber für sehr wichtig erachtet“, betont Sarawi.

Vorträge, Führungen und Musik

In diesem Jahr steht das Thema „Interdisziplinarität“ im Mittelpunkt der langen Nacht; gastgebender Fachbereich ist die Medizin, als historische Persönlichkeit fungiert Leonardo da Vinci, dessen 500. Geburtstag gefeiert wird. Ein weiterer Geburtstag wird im Rahmen der Wissenschaftsnacht begangen – die „Akaflieg Frankfurt“ (Akademische Fliegergruppe Frankfurt) an der Goethe-Universität wird in diesem Jahr 90, ein neuer Segelflieger soll mit flüssigem Stickstoff getauft werden.

Auch eine Podiumsdiskussion zu den ökologischen und ökonomischen Aspekten des Mikroplastiks verspricht ebenso aufschlussreich wie lebendig zu werden. In über 60 Vorträgen präsentieren Lehrende bis zum Morgengrauen bahnbrechende Erkenntnisse. In spannenden Führungen können die Besucher hinter die Kulissen schauen und Wissenschaft hautnah erleben. Den Eröffnungsvortrag hält traditionell ein/e externe/r Wissenschaftler/in: In diesem Jahr spricht Prof. Ivo Sbalzarini von der TU Dresden über „Informatik und Biologie: eine Verbindung für die Zukunft“.

Sarawi freut sich, dass im diesen Jahr beim leiblichen Wohl und der Livemusik ein volles Programm geboten werden kann. „Im letzten Jahr mussten wir uns leider etwas einschränken.“ Die Planung einer Night of Science beginnt immer schon unmittelbar nach der letzten Nacht. Denn die Fundraiser im Team müssen im Vorfeld ausreichend Geld akquirieren, damit das kulinarische Angebot und Merchandising finanziert werden können. Sarawi ist stolz darauf, dass der Verein jedes Mal ohne Verluste abschließen kann. Über neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter würde sich Sarawi freuen – „gerne auch aus Fächern jenseits des Campus Riedberg.“

NIGHT of SCIENCE 2019
14. Juni 2019 17.00 – 6.00 Uhr, Campus Riedberg
Mehr zum Programm unter https://www.nightofscience.de

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 3.19 des UniReport erschienen.