Vortrag am 29.1. / Glasierte Quarzkeramik und ihre Bedeutung im Alten Orient

„…und aus dem Ofen kommt Lapislazuli heraus!“ In kaum einer anderen Quelle des Alten Orients wird die Funktion von Glas und glasierter Quarzkeramik so deutlich wie in den sogenannten Glasrezepten aus der Bibliothek des assyrischen Herrschers Assurbanipal (Regierungszeit: 668–631/627 v. Chr.). Ziel war es demnach, die schönen Edelsteine – gerade den beliebten Lapislazuli – zu imitieren.

Dass der Stein „aus dem Ofen“ nicht nur das Aussehen, sondern auch die magische Funktion der schützenden und heilenden Steine übernimmt, zeigt die Ausstellung „Faszination der Dinge – Werte weltweit in Archäologie und Ethnologie“ (noch bis 24. Februar 2019) im Museum Giersch der Goethe-Universität anhand antiker Objekte aus Assyrien (heutiger Nordirak).

Im begleitenden Abendvortrag am Dienstag, 29.01.2019, um 19 Uhr, im Museum Giersch der Goethe-Universität, zeigt Femke Grops, Doktorandin der Archäologie, die magische Wirkung dieser „fakes“ in ihren archäologischen Fundkontexten. Selten lassen sich Spuren von Ritualen, an denen Quarzkeramik als materia magica teilnahm, so deutlich im archäologischen Befund erfassen wie im Ischtar-Tempel des Herrschers Tukulti-Ninurta I. (1233–1197 v. Chr.) in der Reichshauptstadt Assur.

In der Sonderausstellung „Faszination der Dinge – Werte weltweit in Archäologie und Ethnologie“ stellen 14 Promovierende und zwei Postdocs der Fächer Archäologie und Ethnologie aus dem Graduiertenkolleg „Wert & Äquivalent“ an der Goethe-Universität ihre Forschungsthemen vor und was sie daran so fasziniert. Die Themen umfassen die Zeitspanne vom 3. Jahrtausend v. Chr. bis in die Gegenwart und sind bisher nur einer kleinen Fachöffentlichkeit bekannt. Ein Fotokunstprojekt von Studierenden der Hochschule RheinMain in Wiesbaden gibt den Forschenden des Graduiertenkollegs ein Gesicht.

Femke Grops promoviert zum Thema „Assyrische Quarzkeramik“ und ist Mitglied des Graduiertenkollegs „Wert & Äquivalent“ an der Goethe-Universität Frankfurt.

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

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