Haus der Stille; Foto: Elke Födisch

Am 5. Oktober 2010 wurde „Das Haus der Stille“ auf dem Campus Westend eröffnet. Damit wurde ein multireligiöser Gebetsraum an der Siolistraße hinter dem Hörsaalzentrum zur Meditation und Besinnung für Studierende, Mitarbeiter und Interessierte geschaffen. Zuvor gab es auf dem Universitätsgelände keinen Ort für den interreligiösen Austausch und das Gebet der Angehörigen unterschiedlicher Religionen.

Bereits in einem frühen Stadium der Planung bestand Einigkeit, dass das Haus keinerlei Elemente (etwa Bilder oder Skulpturen) enthalten soll. Grund dafür war, dass religiöse Symbole bei Angehörigen anderer Konfessionen auf Ablehnung stoßen könnten. Die einzigen Einrichtungsgegenstände sind einige Hocker und Kniebänke. Ansonsten herrscht inmitten der weiß verputzten Wänden und dem mit hellbraunem Linoleum ausgelegten Fußboden eine geradezu feierliche Leere. Utensilien zum Beten, Bilder, Bücher oder ähnliches werden in einem separaten Raum gelagert. Über die Treppe zum Untergeschoss gelangt man zu den Sanitärräumen und den Fußwaschbecken für die rituelle Waschung vor dem islamischen Gebet.

Aufgrund des mit dem Haus der Stille angedachten Konzepts, einen Ort zur Besinnung und Meditation zu schaffen, steht das Haus nicht nur den Angehörigen der Konfessionen, sondern allen Nutzern des Campus, die einen ruhigen Ort für das Gebet oder für eine kleine Auszeit suchen, offen.

Das „Haus der Stille“ ist an Werktagen von 9 bis 18 Uhr zugänglich. Der Träger ist der Verein zur Förderung des interreligiösen Dialoges an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Der Verein wurde im Juli 2007 gegründet.

Eingang Haus der Stille; Foto: Elke Födisch

Das zweistöckige Haus besteht aus einem Hauptraum im Erdgeschoss mit ca. 100qm und einer Galerie im Obergeschoss. Über die Treppe zum Untergeschoss gelangt man zu den Sanitär- und Lagerräumen und zu den Fußwaschbecken für die rituelle Waschung vor dem islamischen Gebet. Im Schrank, der sich im Eingangsbereich befindet, befinden sich Gebetsteppiche der Muslime und weitere Gebetsutensilien. Foto: Elke Födisch

Kunstwerk „RELIKT“ von Barbara Lehmann-Schulz im Haus der Stille. Im Haus wurde bewusst auf Bilder oder figürliche Darstellungen einzelner Religionen verzichtet. Foto: Elke Födisch

Blick von der Galerie; Foto: Elke Födisch