Noch immer haftet sowohl den qualitativen als auch den quantitativen Forschungsmethoden in den Sozialwissenschaften der Makel an, ein eher ungeliebtes Muss im Rahmen des Studiums zu sein, ein notwendiges Übel, um curricular geforderte Studienleistungen zu erbringen. Doch es geht auch anders. Zum dritten Mal fand nun im Frühjahr die Methodenwoche der Goethe-Universität statt und bot Studierenden insgesamt 18 zweitätige Workshops zu qualitativen und quantitativen Methoden. Organisiert wurde sie vom Methodenzentrum Sozialwissenschaften.

In diesem Jahr konnten interessierte Studierende das Angebot von Einsteiger- und Fortgeschrittenenkursen in statistischer Analysesoftware wie SPSS, R und Stata nutzen, an Workshops zu ausgewählten statistischen Verfahren wie Regressions- und Metaanalyse, Künstlicher Intelligenz und Mustererkennung teilnehmen, sich zu Themen wie Grounded Theory, Objektiver Hermeneutik, Ethnographie und Mixed Methods weiterbilden oder Workshops zur Durchführung quantitativer und qualitativer Interviews, einer Text- oder qualitativen Inhaltsanalyse, der Entwicklung eines Fragebogens und zum experimentellen Programmieren besuchen.

In allen Workshops lag ein Schwerpunkt auf der praktischen Anwendung der Methoden, sodass beispielsweise an Textsequenzen eine gelernte Interpretationsmethode gleich ausprobiert wurde, sich die Teilnehmer zu Übungszwecken gegenseitig interviewten, ein eigener Fragebogen entwickelt und in PC-Poolräumen die statistischen Methoden an Übungsdatensätzen direkt umgesetzt wurden.

Mit der Methodenwoche soll die Methodenlehre in der Studieneingangsphase des Bachelorstudiums gestärkt werden. Bis zu zwei Workshops können bei diesem Format von Studierenden besucht werden, wobei die Teilnahme kostenlos und freiwillig ist.

Insgesamt 226 Studierende nahmen in der vorlesungsfreien Zeit an den Workshops teil. Studierende wie Lehrende berichteten im Anschluss von motivierenden und konstruktiven Lerngelegenheiten, sodass neben der bloßen Teilnehmerzahl sowohl Studierenden- als auch Lehrendenrückmeldungen für das Format der Methodenwoche als positive Ergänzung in der Methodenausbildung sprechen.

Rund 80 Prozent der teilnehmenden Studierenden gaben an, an der Methodenwochen unter anderem aufgrund ihres Interesses an Methoden teilzunehmen, und es wurde wiederholt betont, dass die Methodenwoche eine gute Möglichkeit darstelle, auch neue Methoden kennenzulernen. So kann aus der Methodenwoche das positive Fazit gezogen werden, dass Methoden doch mehr sein können als nur Pflichtprogramm.

Autorin: Jana Gäde, Methodenzentrum Sozialwissenschaften / Starker Start ins Studium

 Auch kommendes Jahr wird es vom 5. bis 9. März 2018 wieder eine Methodenwoche für Bachelorstudierende geben. Das Programm und nähere Infos dazu werden hier auf der Website des Starken Start ins Studium veröffentlicht. Rückfragen zur Methodenwoche sind möglich unter methodenwoche@uni-frankfurt.de.