ExperienceCampus bietet Reisen in die Welt der Universität; Foto: ExperienceCampus

ExperienceCampus bietet Reisen in die Welt der Universität; Foto: ExperienceCampus

Von der Vergangenheit in die Gegenwart, von Architektur über Kunst bis hin zum studentischen Alltag – das ist die heutige Reiseroute über den Campus Westend. Reisebegleiter ist der 24-jährige Dariusch Askari. Zunächst führt er die Gruppe in die vergangenen Zeiten des IG-Farben-Hauses während des 2. Weltkriegs und der amerikanischen Besatzung in den Jahren danach – eine Paternoster-Fahrt inklusive. Weitere Stationen sind die an das Erscheinungsbild des IG-Farben-Hauses angepasste Architektur der übrigen Universitäts-Gebäude und die bisher größte Kunstskulptur auf dem Campus Westend, der „Body of Knowledge“.

Askari ist hauptberuflich Student der Politik- und Wirtschaftswissenschaft, ehemaliger Deutschlandstipendiat der Goethe-Universität und einer von drei Mitbegründern von ExperienceCampus. Gemeinsam mit Tobias Grosch und Lauritz Blome, ebenfalls ehemalige Deutschlandstipendiaten, hat er die studentischen Campusführungen ins Leben gerufen: „Wir haben uns gefragt, wie wir unseren Förderern etwas zurückgeben können, und sind auf die Idee gekommen, Führungen für Alumni und Förderer anzubieten“, sagt Askari. Die Campusführerin Michelle Schmitz ergänzt: „Weil die Nachfrage inzwischen so groß ist, geben wir nicht mehr nur Führungen für diejenigen, die im Stiftungsbereich der Uni aktiv sind, sondern auch für Schulen, Unternehmen, Delegationen, Bürger, für jeden.“

Die 20-Jährige ist Studentin der Geschichtswissenschaften und von Anfang an bei der Initiative mit dabei. Nervös sei sie vor Führungen nur noch selten – wenn allerdings die Universitätspräsidentin oder andere hochkarätige Persönlichkeiten dabei sind, sei sie schon ein wenig aufgeregt. Ihr Projekt beschreiben die Studierenden als „die Brücke zwischen der Welt außerhalb der Uni und der Uni- und Campuswelt“. In den vergangenen eineinhalb Jahren wurden insgesamt über 170 „Brücken“ von stets zehn bis fünfzehn Campusführern gebaut. „Mein prominentester Teilnehmer war der Botschafter des Königreichs Belgien in Deutschland in diesem Frühjahr“, erzählt Askari. Campus

Riedberg mit anderen Facetten

Was der Teilnehmer nicht mitbekommt, ist die Organisation der Führungen im Hintergrund: Werbung, Kundenkorrespondenz, finanzielle Verwaltung und die eigentliche Planung der Führungen. Der Hauptverantwortliche hierfür ist Askari, unterstützt wird er dabei von Schmitz. Mitbegründer Tobias Grosch übernimmt die Finanzen. Einen festen „Schichtplan“ gibt es nicht. Im Regelfall übernehmen die Westendstudenten ihren Campus, die Riedbergstudenten die Führungen durch die „Science City“: Denn die Schwerpunktthemen sind auf dem Riedberg andere: Die universitäre Forschung, die Kooperationen mit außeruniversitären Spitzeninstituten und die moderne Architektur. Auch auf dem Campus Niederrad finden Führungen statt, wenn es dazu eine Anfrage der Universitätsleitung gibt. „Die Studierenden haben zwar nur zirka zwei Einsätze im Jahr, sind aber trotzdem wichtig fürs Team“, erklärt Schmitz.

Neue Teammitglieder sind jederzeit willkommen: „Wer Lust hat, mitzumachen, begleitet erst einmal andere bei ihren Führungen. Zudem haben wir einen Katalog mit Stichworten und Informationen zusammengestellt“, sagt Schmitz. Vorkenntnisse sind demnach nicht nötig, lediglich die Freude daran, „verschiedensten Gruppen die zahlreichen Facetten der Campi näherbringen zu wollen“, wie es Askari ausdrückt. Die Reise über den Campus Westend endet nach rund einer Stunde im sogenannten „Eiskeller“, dem konservierten Überrest des „Irrenschlosses“. Was viele nicht wissen: Auf dem Grundstück des PEG-Gebäudes stand früher die „Anstalt für Irre und Epileptische“ – gegründet vom Struwwelpeter- Autor Heinrich Hoffmann. Und Alois Alzheimer entdeckte hier die nach ihm benannte Alzheimer-Krankheit. Wer also eine Führung bei ExperienceCampus bucht, bekommt nicht nur den Campus aus studentischer Perspektive gezeigt, sondern lernt zudem nie aus.

Termine und Anmeldung unter: www.experiencecampus.de

Dieser Artikel ist in der Ausgabe (5-15) des UniReport erschienen: [PDF-Download]