Ein Montagvormittag, Anfang August. Es ist vorlesungsfreie Zeit. Bei strahlendem Sonnenschein und sengender Hitze tummeln sich nur wenige Studierende auf dem Campus Westend.

Es mag am schönen Wetter liegen, das lieber am Main oder anderen kühleren Orten genossen wird oder sie halten sich in den Bibliotheken hinter ihren Büchern und Lernzetteln versteckt. Vielleicht sind einige nach einem stressigen Semester auch schon in den Urlaub gefahren. Wie also verbringen Studierende die Zeit zwischen den Semestern? Wir haben nachgefragt…

Franziska Hanke hat sich mit einer Kommilitonin und einem Glas Sekt ein lauschiges Plätzchen unter den Bäumen zwischen Hörsaalzentrum und PEG-Gebäude gesucht – zur Feier des Tages wird angestoßen: Gefeiert wird die Abgabe der Bachelorarbeit. Die ersten Wochen der vorlesungsfreien Zeit hat die 22-Jährige Studentin noch dafür genutzt, sie fertig zu schreiben. Nun ist die Erleichterung groß: „Die letzten Semester habe ich die vorlesungsfreie Zeit damit verbracht, Hausarbeiten zu schreiben, aber jetzt ist alles vorbei. Ich muss nur noch einen Praktikumsbericht schreiben. Den mache ich diese Woche fertig.“ Danach fährt sie mit ihrem Freund in den Urlaub: „Wir wissen aber noch nicht so genau, wo es hingehen soll. Ansonsten werde ich jetzt noch den restlichen Sommer genießen und raus ins Freie gehen. Ich sitze total gern am Main.“ Im Herbst wird Hanke in Hamburg weiterstudieren und dafür die Goethe-Universität verlassen.

Eine geht, eine kommt. Noch studiert sie in Wien, aber Nina Höfinger kann sich gut vorstellen, bald für ein Auslandssemester an die Goethe-Universität zu wechseln. Die 23-Jährige Österreicherin macht sich jetzt schon vertraut mit dem Campus. Aber das ist nicht der eigentliche Grund, warum sie von weither angereist ist. Der eigentlich Grund ist ihr Freund: „Er macht ein Praktikum bei der Deutschen Bank und hat zum Glück hier ein Zimmer im Studentenwohnheim bekommen.“ Nachdem ihr Semester an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) bereits Ende Juni zu Ende war, hat sich die Studentin gleich im Anschluss eine Woche auf Mallorca entspannt. Auch sie hat gerade ihren Bachelor in Internationale Betriebswirtschaft abgeschlossen und möchte nun mit einem Management-Master an der WU weitermachen. Ganz ohne Lernpflichten kommt sie bis dahin aber nicht aus: „Die Aufnahmeprüfungen für das Studium sind im September. Wenn man das schafft, folgt ein Assessment-Center Anfang Oktober und dann würde das Studium gleich beginnen. Mein schöner, entspannter Sommer ist eigentlich vorbei.“

Christian Elsässer (22) hingegen kann die nächsten Wochen bis Vorlesungsbeginn noch in vollen Zügen genießen: „Ich mache zurzeit nichts. Ich stehe zwischen Bachelor und Master und habe mir jetzt einfach mal freigenommen.“ Der Student der Wirtschaftswissenschaften freut sich aber schon, wenn das Studium an der Goethe-Universität wieder losgeht: „Ich schaff‘ daheim was, helfe meinem Opa viel. Sonst mach‘ ich eigentlich net viel, Schwimmbad oder am Wochenende weggehen. Klingt ziemlich langweilig, ist es auch die meiste Zeit, deshalb wird’s Zeit, dass es wieder losgeht“, sagt der Aschaffenburger. In den letzten Semesterferien hat Elsässer immer Praktika absolviert, das werde er sich für das Masterstudium auch wieder vornehmen. Zumal er dann auch in Frankfurt wohnen wird. Deswegen ist er heute auch ausnahmsweise auf den Campus gekommen, um seine Unterlagen für das Studentenwohnheim abzugeben – danach fährt er wieder.

Auch Christoph Heckwolf (27) ist auf dem Campus unterwegs. Seine letzten Semesterferien nutzt er unter anderem, um viel Sport zu treiben, erzählt er: „Ich hatte eine Sportverletzung und bin dabei, mich zu rehabilitieren. Dafür mache ich fünf bis sechs Mal die Woche Sport.“ Beim Rugbyspielen ist es passiert: Schulter gebrochen und Knie verletzt. Ein bisschen was für die Uni muss der Soziologiestudent dennoch tun: „Ich bin jetzt ‚scheinfrei‘, bis auf eine Hausarbeit, und dann kommt im Wintersemester die Masterarbeit. Nächstes Jahr bin ich dann fertig.“ An zwei Tagen in der Woche geht er nebenher noch arbeiten. Doch auf Arbeit folgt Entspannung: Eine Woche Zelturlaub in Kroatien ist schon geplant.