Biochemiker Christian Münch erhält LOEWE-Spitzen-Professur

Prof. Christian Münch, Experte für molekulare Systemmedizin, erhält an der Goethe-Universität eine LOEWE-Spitzen-Professur. Das Forschungsförderprogramm LOEWE des Landes Hessen stellt rund drei Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren für den Aufbau einer Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Münch bereit.

Dr. Christian Münch, Institut für Biochemie, Goethe-Universität Frankfurt. Foto: Uwe Dettmar für Goethe-Universität

„Prof. Münch ist ein international ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Molekularen Systemmedizin mit einem eindrucksvollen Werdegang. Seine Arbeit trägt entscheidend dazu bei, dass wir Krebs, aber auch neurodegenerative und durch Viren verursachte Krankheiten besser verstehen und bekämpfen können“, so Wissenschaftsminister Timon Gremmels. „Seine wissenschaftlichen Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, und in Frankfurt hat er Schlüsselpositionen in allen entscheidenden Vorhaben seines Fachgebiets inne. Die Forschungsaktivitäten von Prof. Münch sind nicht nur für die strategische Profilbildung der Goethe-Universität von großer Bedeutung, sondern auch für Patienten, die auf bessere Heilungschancen hoffen.“

Die Forschungsgruppe unter Leitung von Prof. Münch wird der Frage nachgehen, was auf Ebene der Zellen passiert, wenn der menschliche Körper erkrankt. Dabei wird sie zum einen die zelluläre Umgebung mit ihren vielfältigen Molekülen und zum anderen das Zusammenspiel von Proteinen und Proteasen innerhalb der einzelnen Zelle untersuchen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei Proteinfehlfaltungen, die zu Erkrankungen wie Alzheimer führen können. Gestörte Reaktionen auf Proteinfehlfaltungen können eine ausgewogene Zellerneuerung verhindern und zu Erkrankungen wie Krebs und Neurodegeneration beitragen.

Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität, sagt: „Prof. Münchs Forschungsansatz steht für eine neue Art der biomedizinischen Forschung, die das ganze komplexe System einer Zelle in den Blick nimmt, die systemische Medizin. Mit seinen Arbeiten stärkt er dieses Forschungsfeld an der Goethe-Universität. Daher schätzen wir uns glücklich, dass es uns mit Unterstützung des Landes Hessen und der LOEWE-Spitzenprofessur gelungen ist, diesen herausragenden und außergewöhnlichen Wissenschaftler an der Goethe-Universität halten zu können.“

Christian Münch promovierte an der Universität Cambridge und arbeitete als Postdoktorand an der Harvard Medical School. Seit 2016 leitet er die Forschungsgruppe Proteinqualitätskontrolle und die Abteilung Quantitative Proteomics am Institut für Biochemie II der Goethe-Universität Frankfurt; seit 2018 ist er Principal Investigator am hessischen Exzellenzcluster Cardio-Pulmonary Institute (CPI) und am LOEWE-Zentrum FCI – Frankfurt Cancer Institute. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen zelluläre Stressreaktionen auf fehlgefaltete Proteine in den Kraftwerken der Zelle (Mitochondrien) sowie auf Infektionen und Krankheiten. Er will verstehen, mit welchen Veränderungen das System Zelle auf Stress reagiert.

Mit LOEWE-Spitzen-Professuren können exzellente, international ausgewiesene Forschende für fünf Jahre zwischen 1,5 und 3 Millionen Euro für die Ausstattung ihrer Professur bekommen.

Quelle: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur

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