Tim Engartner, Pluralismus in der sozialwissenschaftlichen Bildung Zur Relevanz eines politikdidaktischen Prinzips

Tim Engartner,
Pluralismus in der sozialwissenschaftlichen
Bildung, Zur Relevanz eines politikdidaktischen
Prinzips

Die Prinzipien des Pluralismus zu verkennen hieße der sozialwissenschaftlichen Theorien-, Paradigmen- und Wertevielfalt den Boden zu entziehen. Pluralismus kann im Kontext sozialwissenschaftlicher Bildung nur im Zusammenspiel der sozialwissenschaftlichen Teildisziplinen existieren.

Das heißt, die Legitimität konkurrierender Ideen, alternativer methodologischer Zugänge und verschiedener disziplinärer Interpretationen müsse anerkannt werden. Der vorliegende Band zeigt die Vorzüge einer von Pluralismus geprägten sozialwissenschaftlichen Bildung auf und untersucht die Risiken monistischer Deutungsmuster.

Engartner sieht ein solches Risiko vor allem in der übermäßigen Gewichtung der Ökonomie, welche er in sogenannten Integrationsfächern wie „Politik und Wirtschaft“ und „Gemeinschaftskunde“ manifestiert sieht. Die wirtschaftswissenschaftliche Perspektive müsse gleichgewichteter Teil der klassischen Trias von Politik, Soziologie und Ökonomie bleiben, sodass ökonomische Bildung auch weiterhin nicht über monoperspektivische Erklärungsmuster geschieht. Warum dem so ist, und benachbarte Fragen, beantwortet Engartner in diesem Plädoyer für den Pluralismus.

Tim Engartner ist Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt „Schulische Politische Bildung“ am Institut für Politikwissenschaft der Goethe-Universität sowie Direktor der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung.

Pluralismus in der sozialwissenschaftlichen Bildung
Zur Relevanz eines politikdidaktischen Prinzips
Duncker & Humblot 2014, Berlin
55 Seiten, kartoniert, 9,90 Euro