Druckfrisch: Ausgabe 5.22 des UniReport erschienen

Im August 1922 wurde ein Memorandum zur Gründung verfasst, im Juni 1924 dann das erste Gebäude bezogen: Wenn das Institut für Sozialforschung sein Jubiläum feiert, feiert es eindreiviertel Jahre – „ein langes Jubiläumsjahr“, wie Prof. Stephan Lessenich im Interview mit dem UniReport betont. Lessenich ist als Nachfolger von Prof. Axel Honneth seit 2021 Direktor des Instituts und zugleich auch Professur für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung an der Goethe-Universität.

Mit ganz unterschiedlichen Veranstaltungstypen, so Lessenich, soll das Jubiläum begangen werden. Dazu zählt ein mehrtägiger Kongress im Studierendenhaus der Goethe-Universität, der sich auch an ein nichtakademisches Milieu wenden soll. Das Jubiläumsjahr soll auch genutzt werden zu hinterfragen, was die marxistische Tradition des Hauses und der Kritischen Theorie aus heutiger Sicht noch bedeute: „Welche Rolle spielen mithin heute noch Begriffe, Ideen und die programmatischen Setzungen des Marxismus, wie übersetzt man das in völlig veränderte gesellschaftliche Zeiten?“, so Lessenich im Gespräch mit dem UniReport.

Die Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität soll künftig enger gestaltet werden, so Lessenich, und zwar sowohl in der Forschung als auch in der Lehre: „Die Konstruktion meiner Professur als Kooperationsprofessur ist ja quasi die institutionalisierte Hoffnung darauf, dass IfS und in dem Fall der Fachbereich 03, aber auch die Goethe-Universität insgesamt, enger zusammenrücken, und zwar im operativen Geschäft, aber auch in der Art und Weise, Wissenschaft nach außen zu präsentieren.“ Lessenich kündigt die Entwicklung eines neuen Masterstudienganges „Critical Social Theory“ an, der die kritische Sozialforschung sichtbar in der grundständigen akademischen Lehre am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und darüber hinaus verankern soll.

Weitere Themen im aktuellen UniReport:

Aktuelles

  • Eine neue Bibliothek für 385.000 Bände: Im neu bezogenen Gebäude der Sprach- und Kulturwissenschaften (SKW) auf dem Campus Westend betreut die sechste Bereichsbibliothek ab jetzt die Fachgebiete der sogenannten „Kleinen Fächer“.
  • „Erziehung nach Auschwitz“ – enge Zusammenarbeit mit der Jüdischen Akademie: Der Erziehungswissenschaftler Prof. Wolfgang Meseth über seine Forschung und Lehre zum Thema.

Forschung

  • Resistenzen den Kampf ansagen: Immer mehr Erreger erwerben Eigenschaften, die sie unempfindlich gegen antibiotische Wirkstoffe machen – Forscher*innen suchen nach Lösungen.
  • Goethe, Deine Forscher*innen: Prof. Eveline Wuttke, Wirtschaftspädagogin, im Porträt.
  • Das Corona-Update Frankfurt: Wichtige Erkenntnisse zu Teststrategien, Impfschutz und Therapie. Die Virologin Prof. Sandra Ciesek über die Pandemie im Winter.
  • Bakterien für den Klimaschutz: alltagstaugliche Wasserstoffspeicherung und die Aussicht auf den Abbau von Kohlendioxid.
  • Spannungsgeladen und interkulturell anschlussfähig: Leibniz-Preisträger Prof. Hartmut Leppin setzt sich in seinem neuen Buch „Paradoxe der Parrhesie“ mit der antiken Wertschätzung der freien Rede in der Politik und im sozialen Bereich auseinander.

Studium, Lehre und Qualifikation

  • Fachschaften freuen sich über neue Mitstreiter*innen: Die Corona-Pandemie hat mitunter die studentische Partizipation erschwert, doch in der Präsenz zeigen wieder mehr Studierende Interesse an der Mitarbeit in Fachschaften und Gremien.
  • Zentraler Aktionsplan Chancengleichheit: Interne Zwischenevaluation zeigt, dass die Goethe-Universität bei der Beseitigung der Unterrepräsentanzen vorangekommen ist.
  • Goethe on Tour: Deutschlandstipendiaten entwickeln interaktive Tour für den Campus Westend.
  • Gesundheitsförderung – ganz niedrigschwellig: Das Zentrum für Hochschulsport hat viele Ideen für einen aktiven Studierendenalltag entwickelt.

Campus

  • Man sieht es einer Person nicht von außen an“: Der Informatiker Prof. Andreas Dengel hat kürzlich das Netzwerk „Blue;Science“ ins Leben gerufen, um Menschen, die vom Thema Depressionen betroffen sind, zusammenzubringen. 
  • Wenn man weiß: Alles ist geregelt. Die Goethe-Universität ist als Stiftungsuniversität eine gute Adresse, wen man mit seinem Nachlass Forschung und Lehre unterstützen möchte.

International

  • Angehörige von Paul Bloomquist besuchten Campus Westend: Als am 11. Mai 1972 eine Bombe der RAF im damaligen Hauptquartier des V. US-Korps explodiert, tötet ein Splitter den amerikanischen Oberstleutnant – 50 Jahre später besucht seine Familie den Ort des Attentats am IG-Farben-Haus.
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Rückblicke auf Veranstaltungen

  • 10. UCT Science Day: Krebsforschende aus Frankfurt und Marburg standen im Austausch.
  • Eine Kultur des Hinsehens erreichen: Die Bad Homburg Conference des Forschungskollegs Humanwissenschaften zum Thema „Kindheit und Gewalt“.
  • Angst vor allem, was anders denkt“: eine Tagung zum Thema Homosexualität und Transgender des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam.
  • Spracherwerb als Schlüssel zum Verständnis der menschlichen Kognition: 15. Ausgabe der Internationalen Linguistik-Konferenz GALA an der Goethe-Universität.

Der UniReport 5/2022 steht zum kostenlosen Download bereit. Einige Artikel finden Sie online hier im Webmagazin.

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Lange als besiegt geglaubte Infektionskrankheiten kehren heute zurück, weil ihre Erreger gegen Antibiotika resistent geworden sind. An der Goethe-Universität suchen

Öffentliche Veranstaltungen