Frank-Walter Steinmeier sprach danach vom „vielleicht emotional bewegendsten Moment meiner Amtszeit“. Bei seinem dritten Staatsbesuch in Israel übergab der deutsche Bundespräsident seinem Kollegen Reuven Rivlin eine Urkunde von hohem historischen wie auch familiären Wert:  Es handelt sich um das Studienzeugnis von Yoel Yosef Rivlin, dem Vater von Reuven Rivlin. Im November 1922 immatrikulierte sich Yoel Yosef Rivlin sich an der Universität Frankfurt, seine Studienfächer waren Semitische Philologie und Islamwissenschaft. 1927 promovierte er mit einer Arbeit zum Thema „Das Gesetz im Koran. 1. Teil: Kultus und Ritus“. Nach der Promotion ging Rivlin an die Hebräische Universität von Jerusalem, wo er später als Professor lehrte. Ein Geschenk, das seine Wirkung nicht verfehlte: „Vielen Dank, mein Freund Präsident Steinmeier, für diese bewegende Geste“, schreibt der scheidende Staatspräsident Reuven Rivlin auf Twitter.

PD Dr. Michael Maaser, Archivar der Goethe-Universität, beschreibt im neuen UniReport die Hintergründe eines außergewöhnlichen Staatsgeschenks. Die Idee dafür entstand auf Anregung von Uwe Becker, dem „Beauftragten der Hessischen Landesregierung für Jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus“. Ausgewählt haben das Dokument die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Universitätsarchivs, die Frankfurter Kunsthandlung Julius Giessen rahmte das Zeugnis. Auf der Rückseite des Bilderrahmens unterschrieben der Bundespräsident, Uwe Becker sowie der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Enrico Schleiff.

Weitere Themen im aktuellen UniReport

  • Angriffe auf die Wissenschaft: Der Historiker Ralf Roth hat einen Sammelband über politische Unterdrückung und ökonomische Gefährdung der Wissenschaftsfreiheit herausgegeben.
  • Wie die Erde bewohnbar wurde: Die Mineralogin Sonja Aulbach bringt mit ihrer Forschung zur Plattentektonik und zur Metamorphose der Gesteine Paradigmen ins Wanken.
  • Weg mit der Papier-Biologie: Der Biologie-Didaktiker Paul Dierkes setzt sich dafür ein, dass Schülerinnen und Schüler Begegnungen mit realen Objekten haben.
  • Lebendiger Austausch mit dem Denken in anderen Traditionen: Der 50. Band der Reihe „Herders Bibliothek der Philosophie des Mittelalters“ ist erschienen.
  • Schulschließungen: Lerneffekt wie nach den Sommerferien? Ein Interview mit dem Pädagogischen Psychologen Andreas Frey über seine Untersuchungsergebnisse – und die Reaktionen darauf.
  • „Frankfurt Alliance soll Forschungsexzellenz besser vernetzen und Wissenschaftsstandort international attraktiver machen“: Ein Beitrag von Universitätspräsident Enrico Schleif.
  • Zwischen Bühne und Bibliothek: Wie der Frankfurter Master „Comparative Dramaturgy and Performance Research“ beides zusammenbringt.
  • Corona: weniger Bewegung und Wohlbefinden, zeigt eine internationale Studie unter Frankfurter Leitung.
  • Ein Versuch, die eigene Zeit in Gedanken zu erfassen: Der Philosoph und Publizist Rolf Wiggershaus über die bei Suhrkamp erschienene Zwischenbilanz des Frankfurter Forschungsprogramms „Normative Ordnungen“.
  • Wie die Digitalisierung Räume und Orte der Arbeit verändert: Die Britin Lizzie Richardson ist seit letztem Jahr Professorin für Digitale Geographie am Institut für Humangeographie.
  • „Worum geht es darin also? Schlichtweg um alles“: Wolfgang Schopf über Eva Demskis Roman „Scheintod“, der in diesem Jahr im Zentrum von „Frankfurt liest ein Buch“ steht.
  • Der Westen ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt: Der Kultur- und Literaturwissenschaftler Ladislaus Ludescher hat in einer Langzeitstudie untersucht, wie der Globale Süden in den Nachrichten behandelt wird.
  • Vom abgebrochenen Studium ins Handwerk: In Frankfurt geht das gemeinsame Projekt von Handwerkskammern und Universität weiter.

Der UniReport 4/2021 steht zum kostenlosen Download bereit unter https://www.unireport.info/aktuelle-ausgabe