Mit der Eintracht durch alle Höhen und Tiefen: Thorsten Möller aus der Zentralregistratur; Foto: Folkerts

Thorsten Möller, Mitarbeiter der Zentralregistratur, ist seit 36 Jahren an der Uni beschäftigt. Noch länger beschäftigt ihn etwas anderes: sein Lieblingsverein Eintracht Frankfurt. Möller ist Fan, seit er laufen kann.

Der Vater hat ihn, als er noch ein kleiner Junge war, mit ins Waldstadion genommen. Da war es um ihn geschehen. (Anm.: Bis 2005 hieß die Spielstätte der Eintracht offiziell Waldstadion). Die Eintracht hat von diesem Tag an eine wichtige Rolle in seinem Leben eingenommen. »Eine sehr wichtige«, wie er mit Nachdruck versichert. Doch Möller, der sich selbst gerne mal als »Eintracht-Verrückten« bezeichnet, weiß das heute – nach mehr als fünf Jahrzehnten Eintracht-Fan und mit viel Lebenserfahrung – auch ganz gut einzuordnen.

»Man ist reifer geworden. Erst kommen die wirklich wichtigen Dinge im Leben, dann die Eintracht.« Dass das nicht immer so war, wird deutlich, je länger man sich mit Möller unterhält. Früher schlief er in Eintracht-Bettwäsche, beichtet er. Was heute undenkbar wäre. »Meine Frau würde mir aufs Dach steigen«, sagt er und lacht.

Couch statt Stadion

Thorsten Möller hat selbst lange Zeit Fußball im Verein gespielt. Bis eine schwerere Sportverletzung seine Karriere als Amateurkicker abrupt beendet hat. Ins Stadion geht er nur noch manchmal. Möller bevorzugt heute Fußball live im Fernsehen und gemütlich von der Couch aus. Am liebsten gemeinsam mit seiner Frau, die ebenfalls Fan von Eintracht Frankfurt ist. Es vergeht kein Tag im Leben von Thorsten Möller, an dem er sich nicht über die Eintracht informiert oder mit Arbeitskollegen über die Aussichten seines Clubs fachsimpelt.

»Im PA-Gebäude gibt es sehr viele Eintrachtler. Man kennt sich und unterhält sich eigentlich immer über die Eintracht, wenn man sich begegnet.« Viele der Kollegen mit Vorliebe für die Eintracht haben ihr Büro sogar mit dem ein oder anderen Fanschmuck verschönert, verrät uns Möller. Eintracht und Arbeitsalltag heißt für Fußballliebhaber Möller selbstverständlich auch, dass er an der kollegeninternen Tipp-Runde teilnimmt, deren Teilnehmer Woche für Woche ihre Prognosen zum Ausgang der Bundesligapartien abgeben.

Adler im Herzen

Den Eintracht-Adler trägt Thorsten Möller nicht nur auf der Brust, sondern auch tief im Herzen. Als Eintracht Frankfurt in der Saison 2010/11 zum vierten Mal in der langen Vereinsgeschichte in die zweite Bundesliga abgestiegen ist, hat er seine Dauerkarte zurückgeben. Weniger aus Protest, mehr aus Enttäuschung. Doch wer liebt, kann auch verzeihen.

So dauerte es nicht lange, bis Thorsten Möller sich wieder mit voller Leidenschaft seiner liebsten Freizeitbeschäftigung widmete. Gereift um die Erkenntnis, dass auch ein Abstieg in die Zweitklassigkeit keinen Keil zwischen ihn und seine Eintracht treiben kann. »Zweifel habe ich oft gehabt, aber es wäre für mich nie eine andere Mannschaft in Frage gekommen.«

Durch alle Höhen und Tiefen ist er mit Eintracht Frankfurt gegangen. Bis zum heutigen Tage. Für den Interviewtermin hat Thorsten Möller sich extra das Eintracht-Shirt mit dem Aufdruck »Adler im Anflug« angezogen, das die Fans auf das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund einstimmen sollte. Was ihm schwer gefallen sein dürfte nach der bitteren und knappen Niederlage. (Anm.: Eintracht Frankfurt hat das Finale mit 1 zu 2 verloren).

Gemeinsam mit seiner Frau und den inzwischen zur Einrichtung gehörenden Eintracht-Fan- Devotionalien Fähnchen, Gartenzwerge und dem besagten Shirt hat Thorsten Möller vor dem Fernseher mitgefiebert. »Die Eintracht hat gut angefangen, dann hat die Kraft nachgelassen. Spielerisch war der Auftritt okay«, fasst Möller leicht enttäuscht das Geschehen des Finaltags zusammen.

Schöne Erinnerungen überwiegen

An ein Erlebnis denkt Möller besonders gerne zurück. 1980 hat Eintracht Frankfurt den UEFA-Pokal gewonnen. Am Tag vor einer wichtigen Schulprüfung. Da er das Spiel auf keinen Fall verpassen wollte, blieb dem Schüler Möller entsprechend wenig Zeit für die letzten Vorbereitungen. Die Prüfung hat er trotzdem bestanden. »Ich hab einfach meinen beiden Vorderleuten die Lösungen an den Rücken geklebt. Das war perfekte Teamarbeit«, erinnert sich Möller mit einem breiten Grinsen gern an diesen Tag zurück. Wohl auch, weil Eintracht Frankfurt einen Tag zuvor den Pokal geholt hat.

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 2.17 der Mitarbeiterzeitung GoetheSpektrum erschienen.