Dr. Anja Bremm, Molekulare Zellbiologie Buchmann Institute for Molecular Life Sciences (BMLS); Foto: Dettmar

Dr. Anja Bremm, Molekulare Zellbiologie Buchmann Institute for Molecular Life Sciences (BMLS); Foto: Dettmar

Woran forschen Sie?

Meine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem sogenannten Ubiquitin-Proteasom-System, das nahezu alle Schlüsselprozesse in der Zelle reguliert. Wir sind besonders an Deubiquitylasen und deren Rolle in zellulären Stresssituationen interessiert.

Was fasziniert Sie an der Goethe-Universität?

Meine Kollegen.

Wo sehen Sie den gesellschaftlichen Nutzen Ihrer Forschung?

Wir betreiben Grundlagenforschung mit der Hoffnung, Zielstrukturen für potenzielle Therapieansätze bei Krebs- oder neurodegenerativen Erkrankungen zu charakterisieren. Das Ubiquitin-Proteasom-System ist da ein vielversprechender Ausgangspunkt.

Warum sind Sie in die Forschung gegangen?

Die Entscheidung, eine akademische Laufbahn einzuschlagen, habe ich erst relativ spät getroffen. Meine Zeit als Postdoc in Cambridge/UK hat wesentlich dazu beigetragen. Der stete wissenschaftliche Austausch und die konstruktiven Diskussionen mit Kollegen aus aller Welt waren eine unvergleichliche Erfahrung. Der Beruf des Wissenschaftlers ist nicht immer einfach und mit viel Ungewissheit behaftet, gerade zu Beginn. Aber ich genieße das wissenschaftliche Arbeiten und die damit verbundene Freiheit und Selbständigkeit. Ich könnte mir keinen anderen Beruf für mich vorstellen.

Gibt es ein Ziel, das Sie erreichen wollen?

Natürlich stehen die erfolgreiche Umsetzung meiner Forschungsprojekte und die Professur auf meiner Liste. Dabei hoffe ich, Familie und Beruf zu meiner eigenen Zufriedenheit vereinen zu können. Ich möchte zudem Vorbild für junge Menschen sein und ihre Begeisterung für die Wissenschaft wecken. Besonders die Entwicklung meiner Doktoranden liegt mir am Herzen. Das größte Kompliment für mich wäre, wenn diese später selber eine Forschungsgruppe erfolgreich leiten würden.

»Mehr Frauen in der Forschung!« Wie stehen Sie zu dieser Forderung?

Ich bin kein Freund von Quoten, sondern fordere Beurteilung nach Leistung. Was jedoch immer noch fehlt, sind entsprechende Strukturen. Deshalb sage ich: Mehr Kitas für die Goethe-Uni! Wenn hochqualifizierte Frauen nicht mehr das Gefühl haben, sich zwischen Karriere und Familie entscheiden zu müssen, würden viele an der Universität bleiben und eine akademische Laufbahn einschlagen.

Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit anderen Universitäten und außeruniversitären Forschungsinstituten bei Ihrer Forschung?

Ich finde interdisziplinäres Arbeiten essenziell und denke daher, dass Kollaborationen und Verbundprojekte sehr wichtig sind.

Goethe, Deine Forscher
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Frankfurt im Portrait

[PDF-Download]