Prof. Dr. Bernhard Brüne, Institut für Biochemie I, Pathobiochemie Fachbereich Medizin; Foto: Dettmar

Prof. Dr. Bernhard Brüne, Institut für Biochemie I, Pathobiochemie Fachbereich Medizin; Foto: Dettmar

Woran forschen Sie?

Wir beschäftigen uns mit Makrophagen. Diese angeborenen Immunzellen erkennen fremdartige Strukturen, wie etwa Bakterien oder auch Tumorzellen, und machen sie unschädlich. Zudem sind sie bei Heilungsprozessen unerlässlich – können aber auch bei der Tumorbildung so umerzogen werden, dass sie das Tumorwachstum fördern. Wir wollen verstehen, wie sie diese Funktion erlangen und wie man tumorfördernde Makrophagen wieder in tumorattackierende verwandeln kann.

Was fasziniert Sie an der Goethe-Universität?

Das internationale, fachübergreifende und forschungsaktive Umfeld. Unsere Forschungsbedingungen sind sehr gut, was räumliche und apparative Ausstattung angeht, die interdisziplinäre Interaktion ist überaus stimulierend und die hervorragend positionierte Medizinausbildung verkörpert das klassische Ideal der Humboldtschen Einheit von Lehre und Forschung.

Wo sehen Sie den gesellschaftlichen Nutzen Ihrer Arbeit?

Ein Mehr an Wissen im Bereich der Tumorforschung trägt Früchte hinsichtlich Prävention und Therapie, und wir hoffen, dass wir einen bescheidenen Beitrag leisten können.

Wenn Sie heute noch einmal studieren könnten, würden Sie dasselbe Fach wieder wählen?

Ich habe Ende der 70er-Jahre Biochemie studiert. Das würde ich sofort wieder tun! Das Studium liefert ein hervorragendes Rüstzeug für alle Arbeiten im Grenzgebiet zwischen Biochemie, Pharmakologie und Medizin. Ich freue mich daher besonders, dass wir hier den Masterstudiengang Molekulare Medizin eingeführt haben, um junge Menschen für dieses Grenzgebiet zu begeistern.

Wie kann der Dialog zwischen Wissenschaft und Bevölkerung gelingen?

Dieser Dialog existiert, wenngleich er verbesserungswürdig ist. Die Goethe-Universität als Bürger-Universität hat hier besondere Verpflichtungen! Die Aufgabe der Wissenschaft dabei ist es, frei von Ideologie über Grenzen und Möglichkeiten der modernen Medizin zu berichten. Erzählen Sie ein besonderes Forschungserlebnis. Prägend war meine eigene Doktorarbeit. Mein Doktorvater sagte mir zu Beginn: »Hier ist eine Publikation, was dort beschrieben ist, ist falsch. Gehen Sie ins Labor und finden Sie raus, wie das funktioniert.« Diese Zeit hat mir die Faszination der freien und selbstbestimmten Wissenschaft gezeigt.

Was würden Sie an den Forschungsrahmenbedingungen verbessern wollen?

Politik und Universitäten müssen gemeinsam rigoros die besten Köpfe auswählen, ihnen gezielt die nötigen Mittel geben und sie dann für eine angemessene Zeit frei denken, forschen und lehren lassen.

Goethe, Deine Forscher
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Frankfurt im Portrait

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