Prof. Dr. Helge B. Bode, Fachbereich Biowissenschaften und Buchmann Institute for Molecular Life Sciences (BMLS), Inhaber der Merck-Stiftungsprofessur Molekulare Biotechnologie; Foto: Dettmar

Prof. Dr. Helge B. Bode, Fachbereich Biowissenschaften und Buchmann Institute for Molecular Life Sciences (BMLS), Inhaber der Merck-Stiftungsprofessur Molekulare Biotechnologie; Foto: Dettmar

Woran forschen Sie?

Wir interessieren uns für alle Aspekte der Forschung an Naturstoffen aus Bakterien und Pilzen und untersuchen Strukturen, Bildung und mögliche Einsatzgebiete dieser Verbindungen, deren strukturelle »Vettern« in der Medizin bereits seit langem, zum Beispiel als Antibiotika, eingesetzt werden. Wichtigstes Forschungsziel ist es, herauszufinden, warum diese Substanzen überhaupt von den Mikroorganismen gebildet werden. Als Modell nutzen wir dabei spezielle Bakterien, die im Darm von Fadenwürmern leben und zusammen mit diesen Insektenlarven befallen und töten.

Was fasziniert Sie an der Goethe-Universität?

Mich fasziniert die Größe und die damit einhergehende wissenschaftliche Vielfalt. Da wir sehr transdisziplinär arbeiten und Methoden der Chemie genauso nutzen wie der Biochemie, Bioinformatik, Molekularbiologie und Ökologie, ist Frankfurt für uns ein idealer Standort.

Wo sehen Sie den gesellschaftlichen Nutzen Ihrer Forschung?

Bisher ist die Suche nach biologisch aktiven Naturstoffen sehr zufallsgetrieben. Wir hoffen, durch ein besseres Verständnis der Biologie einen eher rationalen Ansatz zu ermöglichen und so langfristig zu neuen und dringend benötigten Wirkstoffen beizutragen.

Was hat Sie an die Goethe-Universität gebracht?

Der Ruf nach Frankfurt auf die Merck-Stiftungsprofessur. Wie es sich inzwischen herausgestellt hat, war das vermutlich das Beste, was mir wissenschaftlich passieren konnte.

Wie wichtig ist Ihnen das Bild Ihrer Wissenschaft in der Öffentlichkeit?

Ich sehe es als meine Verpflichtung an, die Öffentlichkeit über unsere Forschung und Wissenschaft im Allgemeinen zu informieren, da wir ja auch von Steuergeldern finanziert werden. Gerade die Vermittlung an ein nicht-wissenschaftliches Publikum macht mir sehr viel Spaß und Freude. Wenn sich dies auf das Publikum überträgt und dieses meine »wissenschaftlichen Geschichten« spannend findet, habe ich mein Ziel erreicht.

Was tun Sie, um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern?

Wir versuchen, in meiner Gruppe die heute notwendige Transdisziplinarität der Forschung zu leben. Die beste Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf allen Ebenen ist meiner Meinung nach jedoch die Vermittlung der Freude und des Spaßes, den wissenschaftliche Forschung mir selbst macht.

Was bedeutet Ihnen Arbeit im Team?

Naturwissenschaftliche Forschung ist heute nur im Team zu leisten. Ohne meine Mitarbeiter entstünde keine Publikation, keine neue Idee und ohne sie gäbe es niemanden, der die manchmal verrückten Ideen überprüft, bestätigt, verwirft oder verbessert.

Goethe, Deine Forscher
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Frankfurt im Portrait

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