Prof. Dr. Marcus Bleicher, Institut für Theoretische Physik und Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS); Foto: Dettmar

Prof. Dr. Marcus Bleicher, Institut für Theoretische Physik und Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS); Foto: Dettmar

Woran forschen Sie?

Wir erzeugen den Urknall und Sternmaterie im Labor, zum Beispiel am CERN in der Schweiz oder am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt, und versuchen damit zu verstehen, was Materie ist, was Masse ist und wie die Elemente entstanden sind. Die Theorie hierzu heißt Quantenchromodynamik.

Was fasziniert Sie an der Goethe-Universität?

Die Goethe-Universität und meines Erachtens insbesondere die Physik ist ein lebendes Beispiel für die gemeinsame wissenschaftliche Zusammenarbeit über Grenzen und Religionen hinweg. Jeder Wissenschaftler und jede Wissenschaftlerin trägt mit seiner/ ihrer eigenen besonderen Sicht auf die Dinge und Probleme zur Lösung komplizierter Fragestellungen oder zur Entwicklung riesiger Detektoranlagen bei. Diese Vielfalt an Ideen und Personen fasziniert mich an dieser Universität.

Wo sehen Sie den gesellschaftlichen Nutzen Ihrer Forschung?

Der Hauptnutzen liegt in der Ausbildung junger Leute und im Erkenntnisgewinn, denn die Forschung von heute ist die Grundlage der Technologie in 50 bis 100 Jahren.

Welche Vorbilder haben Sie inspiriert?

Wahrscheinlich haben Raumschiff Enterprise und die Sendung mit der Maus mehr dafür getan, mein Interesse für die Naturwissenschaft zu wecken, als viele Jahre in der Schule. Im Studium war ich von
der Eleganz und Klarheit der Gedanken, wie Sie von Dirac oder Landau in der Physik vertreten wurden, sehr beeindruckt.

Was erwarten Sie von bzw. was raten Sie einem jungen Menschen, der heute anfängt, Physik zu studieren?

Das Wichtigste ist die Begeisterung für die Physik, die Natur und auch Technik.

Was würden Sie an den Forschungsrahmenbedingungen verbessern wollen?

Die finanziellen Rahmenbedingungen müssen sich wieder verbessern, und der administrative Aufwand für Berichte muss gesenkt werden. Man sollte den Wissenschaftlern wieder mehr Vertrauen schenken, die richtigen Projekte und Forschungsrichtungen auszuwählen.

Haben Sie einen Lieblingsort auf einem der Campi der Goethe-Universität?

Am besten gefällt mir die Dachterrasse des Frankfurt Institute for Advanced Studies, kurz FIAS, auf dem Campus Riedberg. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick über die Frankfurter Skyline und kann entspannt bis zum Sonnenuntergang diskutieren.

Goethe, Deine Forscher
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Frankfurt im Portrait

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