Prof. Dr. Robert Ernst, Molekulare Membranbiologie – Sensing and Signaling, Institut für Biochemie, Buchmann Institute for Molecular Life Sciences (BMLS); Foto: Dettmar

Prof. Dr. Robert Ernst, Molekulare Membranbiologie – Sensing and Signaling, Institut für Biochemie, Buchmann Institute for Molecular Life Sciences (BMLS); Foto: Dettmar

Woran forschen Sie?

Meine Arbeitsgruppe untersucht die Mechanismen, wie die Zellen unseres Körpers ihren Gehalt an »guten « und »schlechten« Fetten messen. Denn wir haben keinen blassen Schimmer davon, wie das Gleichgewicht zwischen ungesättigten und gesättigten Fettsäuren in den Zellmembranen aufrechterhalten wird. Im Stresstest reagieren Zellen überaus sensibel auf einen veränderten Fettgehalt und starten Notfallprogramme, die – im Extremfall – auch zum Zelltod führen können.

Was fasziniert Sie an der Goethe-Universität?

Als ein Rückkehrer nach Forschungsaufenthalten im In- und Ausland sind mir besonders die beeindruckenden strukturellen Veränderungen am Campus Riedberg ins Auge gesprungen. In meiner Fotokiste finde ich noch Bilder von einem Spaziergang mit Kollegen im Rapsfeld. Genau dort, wo heute das Otto-Stern-Zentrum als Herzstück eines neuen Universitätscampus steht.

Wo sehen Sie den gesellschaftlichen Nutzen Ihrer Forschung?

Frei nach dem Motto »Du bist, was Du isst« sind wir der Überzeugung, dass Folgeerkrankungen einer ungesunden Ernährung, wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestimmte Formen des Diabetes, auf Fehlfunktionen von spezifischen Zellen unseres Körpers beruhen. Anhand einfacher Modelle untersuchen wir, wie diese Fehlfunktionen zustande kommen. Davon ausgehend, wollen wir Schutzmechanismen finden, die das Rückgrat der Zellen stärken.

Warum sind Sie überhaupt Wissenschaftler geworden und in die Forschung gegangen?

Das war eine alternativlose Entscheidung. Meine ältere Schwester hat mir neulich erzählt, ich hätte im Alter von zwölf Jahren auf ihre Frage, was ich denn werden wolle, mit nur einem Wort geantwortet: »Professor«. Sie fand das damals ziemlich feist für einen kleinen Rotzlöffel. Am »feist« und »Rotzlöffel« hat sich dann nicht mehr viel geändert.

Können Sie Ihre Forschung in einem einzigen humorvollen Satz zusammenfassen?

Wie wird man fett und glücklich?

Was schätzen Sie an den Forschungsbedingungen vor Ort?

Zum einen ist da die hohe Dichte junger Wissenschaftler, die eine elektrisierende Aufbruchstimmung verbreiten. Zum anderen sind es die vielfältigen Möglichkeiten der Kooperation am Campus Riedberg, die anderorts schlichtweg unmöglich erscheinen.

Wie viel Zeit verbringen Sie noch selbst im Labor?

Ooooh. Da kommt Freude auf! Wenn es denn endlich mal wieder passiert, bin ich die Hälfte der Zeit damit beschäftigt, meinen Mitarbeitern zu erklären, dass ich auf keinen Fall hektisch bin, sondern lediglich schnell arbeite.

Goethe, Deine Forscher
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Frankfurt im Portrait

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