Mit zweieinhalb Jahren hatte Stephanie Dannecker zum ersten Mal einen Faustball in der Hand; Foto: Schönwandt

Mit ihrem Team wurde sie im August Europameisterin, Weltmeisterin ist sie schon seit 2016: Stephanie Dannecker, Mitarbeiterin in der Abteilung Personalservices, kommt aus einer echten Faustball-Familie, die komplett Sport-infiziert ist.

Geschafft! Mit 3:0 setzten sich die deutschen Faustballerinnen klar gegen die Österreicherinnen durch; seit dem 27. August sind sie damit Europameisterinnen – den WM-Titel hatten sie sich schon im Vorjahr gesichert. Mit dabei im Angriff: Stephanie Dannecker, die seit Mitte Juli neu im Team der Abteilung Personalservices ist.

»Zum Glück war es beim Finale nicht mehr ganz so heiß; gegen Italien, die Schweiz und Österreich mussten wir in der Vorrunde bei 40 Grad Hitze antreten«, erzählt die 23-Jährige. An einem einzigen Wochenende fand die gesamte Europameisterschaft statt, mit maximal einer Stunde Pause zwischen den Spielen.

Insgesamt um die 2.000 Zuschauer verfolgten die Spiele an den beiden Tagen, viele davon Freunde und Verwandte der Spielerinnen, und sorgten für eine tolle Stimmung. Austragungsort war das baden-württembergische Calw – eine Faustball-Hochburg in Deutschland und außerdem der Sitz von Stephanie Danneckers Heimatmannschaft.

Vor ihrem Umzug nach Pfungstadt war sie dort auch als Trainerin aktiv; die starke Kinder- und Jugendförderung hat mit dazu beigetragen, dass die Kreisstadt viele sehr gute Faustballsportler hervorgebracht hat. Stephanie Dannecker ist gewissermaßen schon mit der Muttermilch Faustball-infiziert worden:

»Ich stamme aus einer Faustball-Familie, schon mein Uropa war begeisterter Faustballer «, lacht Dannecker. »Bei uns spielen alle Faustball: Meine Geschwister haben auch schon in der Bundesliga gespielt, meine Eltern und Tanten haben mich trainiert, und wenn wir zuhause zusammen am Tisch sitzen, wird über Faustball geredet.«

Zum ersten Mal hatte sie mit zweieinhalb Jahren einen Faustball in der Hand; in Böblingen fing Stephanie Dannecker mit dem Training an. In den Jugendkader brachte sie ihre Tante, die das Auswahlteam auf das Talent ihrer Nichte aufmerksam machte. Klar, dass ihr Freund auch Faustball spielt, »und sein Vater ist ein ›Jahrhundertschläger‹ des Faustballs«.

Früher kamen zum Faustball- auch noch Handball- und Schwimmtraining, außerdem spielte Stephanie Dannecker Trompete, Klavier und Klarinette. Als alles zusammen zu viel wurde, konzentrierte sie sich auf Hand- und Faustball. Seit einer Schulter-OP vor zwei Jahren ist nur noch der Faustball übriggeblieben, um die Schulter nicht zu stark zu belasten; unterstützt von Physiotherapie und viel Krafttraining.

Viel Zeit für andere Freizeitaktivitäten bleibt da nicht, auch der Großteil der Urlaubstage geht meistens für die Wettkämpfe drauf. »Manchmal beschweren sich Freundinnen, wenn ich wieder mal eine Einladung absagen muss, aber sie wissen eben auch, dass der Faustball zu mir gehört«, sagt Dannecker. Was sie am Sport so begeistert?

»Dass es sehr athletisch ist und die Atmosphäre so familiär ist. Wir sind durch den Sport mit Leuten auf der ganzen Welt befreundet. Auf dem Feld sind wir echte Gegner, aber danach trinken wir dann auch gerne zusammen einen Radler«, berichtet sie. Einen Radler wohlgemerkt, heftiges Feiern ist dagegen eher nicht angesagt, denn die Leistungssportlerinnen achten natürlich schon auf eine gesunde Ernährung.

Trotz der Erfolge: Finanzieren kann sich keine der Athletinnen über ihren Sport, auch mit Sponsorenunterstützung legen sie sogar noch etwas aus eigener Tasche drauf, um die Wettkämpfe zu ermöglichen. Was ihrer Motivation keinen Abbruch tut: Das nächste Ziel haben Stephanie Dannecker und ihre Mitstreiterinnen schließlich schon ins Auge gefasst: In vier Jahren wollen sie bei den World Games punkten, den »Olympischen Spielen« der Randsportarten.

Mehr Informationen über Faustball gibt es im Netz unter http://faustball-liga.de.
Noch ein Link für alle, die ein Faustballspiel per Video verfolgen möchten: http://sportdeutschland.tv/faustball

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 3.17 der Mitarbeiterzeitung GoetheSpektrum erschienen.