Europäische Hochschulmeisterschaften im Rudern (von links): Claudia Henrich, Maximiliane Horz, Isabel Taeuber und Kathrin Thoma.

Vom 14. bis 16. Juli fanden in Subotica (Serbien) die Europäischen Hochschulmeisterschaften im Rudern statt. 60 Studierende, 18 Mannschaften und 13 Universitäten aus Deutschland sorgten gemeinsam für ein überzeugendes Ergebnis.

Die Goethe-Universität Frankfurt entsendete hierzu vier ihrer Studentinnen im Frauen Doppelvierer: Claudia Henrich (Grundschullehramt), Maximiliane Horz (Chemie), Katrin Thoma (Physik) und Isabel Taeuber (Humanmedizin).

Die vier Ruderinnen stellen sich schon seit Jahren der Herausforderung, Studium und Leistungssport unter einen Hut zu bringen. In den letzten Jahren können die Frauen stolz auf insgesamt über 10 Teilnahmen an Weltmeisterschaften mit der deutschen Ruder Nationalmannschaft zurückblicken, Katrin Thoma 2015 sogar auf einen Titelgewinn.

Obwohl durch das Studium nur sehr wenig gemeinsame Trainingskilometer zurück gelegt werden konnten, startete die Mannschaft beherzt ihr erstes gemeinsames Rennen auf der Europameisterschaft und vertrat die Goethe-Universität Frankfurt würdig auf der Internationalen Regatta. Am ersten Tag konnte der Vierer beim Ausscheidungsrennen gegen zwei Boote aus Großbritannien, je einem Boot aus Schweden und der Schweiz den 3. Platz belegen. Hier wurde Zuversicht getankt und eine solide Grundlage für das Finalrennen geschaffen, in dem es dann um die begehrten Medaillen gehen sollte.

Am Finaltag fanden die Sportlerinnen äußerst schwierige Bedingungen vor. Auf dem Palic See in Subotica waren Wellen mit Schaumkronen, bei Windböen von bis zu 50 km/h zu sehen. Die Regatta musste dadurch mehrfach unterbrochen werden, sogar ein Abbruch drohte. Glücklicherweise konnten dann doch noch alle Rennen gestartet werden und der „Frankfurter Doppelvierer“ wurde in sein 2000 Meter langes Finalrennen geschickt. Durch eine geschlossene Teamleistung konnte sich die Mannschaft vom Start weg an die Spitze des Feldes legen. Mit jedem Schlag brachen sich zwar die Wellen an der Bordwand, doch bis zur 1500 Meter Marke konnte das an der Führung der „University of Frankfurt“ nichts ändern.

Auf den letzten 500 Metern kamen die favorisierten Britinnen immer näher. Die Mannschaft aus London verzeichnete ein deutlich höheres Durchschnittsgewicht, was ihnen bei diesem starken Gegenwind zugute kam. Hier konnten die Frankfurterinnen nicht mehr genug entgegen setzen und kurz vor der Ziellinie wurde das deutsche Boot im Endspurt eingeholt und mit einer knappen Sekunde auf den 2. Rang verwiesen.

Die vier Studentinnen aus Frankfurt sind als Vize-Europameister mit der Silbermedaille sehr zufrieden: „Wir haben alles aus uns rausgeholt und sind überglücklich eine internationale Medaille mit nach Hause nehmen zu können“. Zuhause in Frankfurt haben die vier Studentinnen bereits wieder den Lernalltag aufgenommen. Isabel Taeuber bereitet sich auf die „M-1-Prüfung“ Ende August, dem sog. Physikum vor, Katrin Thoma schreibt ihre Masterarbeit in Physik, Maximiliane Horz ihre Bachelorarbeit in Chemie und Claudia Henrich wird nach bestandenem Staatsexamen in ihr Referendariat als Grundschullehrerin starten. Und wenn die vier die Goethe-Universität im nächsten Jahr noch einmal zusammen international vertreten möchten, steht Ende September bereits schon wieder die erste Qualifikation bei den deutschen Hochschulmeisterschaften in Brandenburg an.

[Autorin: Gisela Ravens-Taeuber]