Stellen Sie sich vor, Ihre Zeitung hat keine Überschriften, keine Absätze – alle Inhalte sind ein seitenlanger Fließtext. Vor solchen Problemen stehen manche Leser*innen, wenn digitale Inhalte nicht barrierefrei aufgebaut sind.

Stellen Sie sich vor, Sie wollen Ihre Zeitung lesen. Eines ist jedoch anders als sonst: Es gibt keine Überschriften, keine Absätze – die gesamten Inhalte sind lediglich ein seitenlanger Fließtext. Würden Sie sich beim Lesen noch zurechtfinden können? Wie lange müssten Sie suchen, um den Artikel zum Thema ihres Interessens zu finden? Und wie würde sich die Auseinandersetzung mit den Beiträgen gestalten, wenn die Seiten alle blank wären?

So absurd diese Vorstellung für manche klingen mag, sind genau das die Probleme auf welche Leser*innen digitaler Inhalte stoßen, wenn diese nicht barrierefrei aufbereitet sind. Ist beispielsweise ein PDF-Dokument nicht richtig erstellt worden, sind die Inhalte für Nutzer*innen assistiver Hilfstechnologien (zum Beispiel Bildschirmlesegeräte) teilweise gänzlich unlesbar. Nicht-korrekt ausgezeichnete Überschriften werden durch Hilfstechnologien auch nicht als solche erkannt, wodurch keine effiziente Navigation des Dokuments möglich ist.

Genau an dieser Stelle wollen die Online-Module, die im Rahmen des Kooperationsprojekts „Innovationsforum Barrierefreiheit (digLL)“ der Goethe-Universität und der Technischen Hochschule Mittelhessen entstanden sind, Abhilfe schaffen. Zum Thema „Barrierearme Word-Dokumente“ sind folgende Inhalte entstanden:

Unterthema
1Formatvorlagen
2Inhaltsverzeichnis
3Aufzählungen
4Tabellen
5.1Alternativtexte
5.2Diagramme
6Artefakte
7Metadaten
8Do’s and Dont’s
9Barriereprüfung
10Tags
11Silbentrennung
12Konvertierung

Jedes Unterthema ist in zwei Teile gegliedert: In der „Verstehen“-Videoreihe wird kurz und prägnant erklärt, welche Barrieren es gibt und welche Konsequenzen sich aus diesen ergeben. Die „Umsetzen“-Videoreihe bietet ergänzend Screencasts, die erklären, wie die jeweiligen Barrieren behoben werden können. Ziel ist es, für die Barrieren zu sensibilisieren und das Wissen zur Erstellung barrierearmer Dokumente zu vermitteln. Auf diese Weise soll allen Hochschulangehörigen ein gleichwertiger Zugang zu Lehr- und Lernmaterialen ermöglicht werden.    

Saba Mateen         

Weitere Informationen und die Online Videomodule finden Sie hier.

Für Beratung und Unterstützung rund um das Thema digitale Barrrierefreiheit: barrierefrei@studiumdigitale.uni-frankfurt.de

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 1/2021 des Mitarbeitermagazins GoetheSpektrum erschienen.